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Deutsche Fluggesellschaften wollen Kerosinzuschlag meist umgehen

dpa-afx FRANKFURT. Passagieren der meisten deutschen Fluggesellschaften bleiben Ticketverteuerungen wegen des hohen Ölpreises zumindest kurzfristig  erspart. Das ergab am Montag eine Umfrage unter den größten Fluggesellschaften.

dpa-afx FRANKFURT. Passagieren der meisten deutschen Fluggesellschaften bleiben Ticketverteuerungen wegen des hohen Ölpreises zumindest kurzfristig erspart. Das ergab am Montag eine Umfrage unter den größten Fluggesellschaften.

Während British Airways < Bai1.FSE > am selben Tag eine Verdoppelung ihres bereits im Mai eingeführten Treibstoffzuschlags bekannt gab, fühlt sich die Mehrheit der deutschen Anbieter derzeit nicht zu diesem Schritt gezwungen. Auch die in Deutschland operierenden Billigflieger Ryanair < RYA.ISE > < Ryaay.NAS > und easyjet < EJT.FSE > wollen gegenwärtig ihre Ticketpreise nicht verteuern.

BA Stockt Kerosin-Zuschlag AUF

Europas zweitgrößte Fluggesellschaft British Airways hatte angekündigt, den Kerosin-Zuschlag auf die Ticket-Preise für Langstrecken von fünf auf zwölf Pfund pro Strecke und Passagier deutlich zu erhöhen. Als Grund nannte BA, dass die Treibstoffpreise in den vergangenen Monaten für sie um 45 % gestiegen seien. Die vermuteten Mehrausgaben für Kerosin in diesem Jahr in Höhe von voraussichtlich 225 Mill. Pfund sollten durch den Zuschlag abgefangen werden.

Die meisten deutschen Airlines stellten dagegen klar, dass sie solche Pläne nicht verfolgen. Dazu gehörten die Lufthansa-Beteiligung germanwings sowie der TUI-Ferienflieger Hapag-Lloyd Flug (HLF). Auch der hauseigene Billigflieger Hapag Express-Lloyd HLX hat nach den Worten eines Sprechers "für die kommenden Monate" die Kerosin-Kosten abgesichert.

Die dba hat nach eigenen Angaben höhere Ölpreise bereits einkalkuliert. Zudem fliege die dba auf vergleichsweise kurzen, innerdeutschen Strecken, auf denen relativ wenig Kerosin verbraucht werde. Daher spiele der Kerosin-Preis bei den Gesamtkosten eine kleinere Rolle, hieß es.

Billig-Tickets BEI AIR Berlin KÖNnten Schneller WEG Sein

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin bemühte sich unterdessen am Montag um Klarstellung eines Presseberichts. Es werde keinen ausgewiesenen Kerosin-Zuschlag geben. Die Anhebung der Ticket-Preise ab dem Winterflugplan um sechs bis neun Euro je Platz werde gegenüber den Reiseveranstaltern erfolgen und sei schon lange vereinbart, hieß es. Die direkt verkauften Plätze könnten allerdings jeweils "schneller teurer werden als bislang", räumte eine Sprecherin ein.

Die Lufthansa sieht sich ihrerseits weiterhin nicht unter Druck und will die Ticket-Preise stabil halten. "Nach wie vor haben wir keine Probleme. Unsere Vorräte sind für dieses Jahr zu rund 90 % abgesichert", bestätigte eine Sprecherin am Montag frühere Aussagen. Inwieweit die Lufthansa bereits ihren Kerosin-Bedarf für 2005 abgesichert hat, soll bei bei der Bilanzvorlage an diesem Donnerstag bekannt gegeben werden. Analysten wie zum Beispiel von JP Morgan halten es für realistisch, dass der deutsche Marktführer gezwungen sein könnte, seine Prognosen zu reduzieren.

Swiss UND LTU IN BedrÄNgnis

Das hatte die Schweizer Fluggesellschaft Swiss < XC3.FSE > bereits im Juni hinter sich gebracht. Die so gut wie gar nicht existente Absicherung des Kerosin-Bedarfs ("Hedging") war der Swiss immer mehr zum Bedrängnis geworden. Unlängst hatte sie Piloten aufgefordert, nicht unnötig Extra-Benzin zu tanken. Die Flugkapitäne wurden gebeten, ihre Flüge sehr sorgfältig zu planen. Der Düsseldorfer Ferienflieger LTU wird es trotz eines jüngst eingeführten Kerosin-Zuschlags in diesem Jahr nicht schaffen, wie ursprünglich geplant endlich wieder Gewinne einzufliegen. Auf der Mittelstrecke gilt ein bis zu 6 ? hoher Ticket-Zuschlag, die Langstrecke wird mit bis zu 16 ? mehr berechnet.

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