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Deutsche Fondsbranche verwaltet ein Vermögen von über einer Billion Euro

Deutsche Kapitalanlagegesellschaften managten per Ende März 2004 532,4 Mrd. Euro in Spezialfonds ...

Deutsche Kapitalanlagegesellschaften managten per Ende März 2004 532,4 Mrd. Euro in Spezialfonds und 84,0 Mrd. Euro in der freien Finanzportfolioverwaltung für Dritte. Damit verwalteten sie ein Gesamtvermögen von 616,4 Mrd. Euro für institutionelle Investoren, so die aktuelle Spezialfonds- und institutionelle Asset Management-Statistik des BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.
Das Spezialfondsvolumen wuchs im Jahresvergleich um 56,9 Mrd. Euro (31. 3. 2003: 475,5 Mrd. Euro), d.h. rund 12%. Der Anstieg erklärt sich zu gut drei Fünfteln aus der positiven Marktentwicklung. Zudem vertrauten institutionelle Anleger den Fondsmanagern in den vergangenen vier Quartalen neue Mittel in Höhe von 21,6 Mrd. Euro an.
Berücksichtigt man das Volumen der Publikumsfonds per Ende März 2004 mit 450,6 Mrd. Euro, so hatte die deutsche Fondsbranche zu diesem Zeitpunkt insgesamt 1.067 Mrd. Euro "assets under management".
Im Gegensatz zum gestiegenen Fondsvolumen sank die Zahl der Spezialfonds im Vergleich zum Vorjahreswert (31. März 2003: 5.249 Fonds) auf 5.088 Fonds. Einerseits ist dies damit zu begründen, dass Anleger mit mehreren Spezialfonds diese verstärkt unter das Dach einer Master-KAG stellten. So weist die BVI-Statistik immerhin 6.079 einzelne Verwaltungseinheiten aus, die wiederum im Einzelfall von mehreren Anlegern gehalten werden. Andererseits können Versicherungen aufgrund einer geänderten Anlageverordnung auf die Trennung zwischen reinen Aktien- und Rentenfonds verzichten. Zuvor mussten diese Unternehmen einen Mischfonds vollständig auf die Risikokapitalquote anrechnen - nun wird nur noch der tatsächliche Aktienbestand berücksichtigt. Seit In-Kraft-Treten des neuen Investmentgesetzes zum Jahresanfang dürfen sich bis zu 30 Anleger an einem Spezialfonds beteiligen. Bei den 544 Fonds mit mehreren Anlegern zählt die BVI-Statistik insgesamt 1.842 Anleger.
28% der Spezialfonds-Assets (148,9 Mrd. Euro von 532,4 Mrd. Euro) wurden nicht durch die auflegende Kapitalanlagegesellschaft (KAG), sondern durch Dritte gemanagt bzw. beraten. Davon entfielen rund 70% auf Unternehmen außerhalb des Konzernverbundes und etwa 30% auf Gesellschaften innerhalb des Konzerns. Umgekehrt verwalteten die Gesellschaften 20,6 Mrd. Euro in 219 Verwaltungseinheiten von Spezialfonds für Dritte. Dies zeigt, dass sich die Wertschöpfungskette im Spezialfondsbereich differenziert darstellt und von Leistungen wie dem Out- sowie Insourcing des Asset Managements oder auch der Administration rege Gebrauch gemacht wird.
Im Rahmen der freien Portfolioverwaltung, d.h. außerhalb des Spezialfondsgeschäftes, verwalteten die Kapitalanlagegesellschaften 84,0 Mrd. Euro in 305 Mandaten (vgl. Teil 2). Diese Geschäftstätigkeit ist Investment-Gesellschaften zwar seit 1998 erlaubt, gefährdete bislang aber beim Vertrieb eigener Fonds im Ausland den so genannten EU-Pass. Dies hat sich mit dem neuen Investmentrecht seit Anfang 2004 geändert, sodass in diesem Geschäftsfeld ein großes Potenzial liegt.
Die beiden neuen BVI-Mitglieder ADAM International GmbH und Deutsche Asset Management International GmbH sowie weitere neun Vermögensverwaltungs-Gesellschaften ohne KAG-Status betreiben laut der BVI-Statistik in insgesamt 237 Mandaten mit einem Vermögen von 26,4 Mrd. Euro die Vermögensverwaltung für Dritte. Diese Asset Manager beraten bzw. verwalten darüber hinaus ein Spezialfondsvermögen von 22,5 Mrd. Euro in 246 Verwaltungseinheiten für Kapitalanlagegesellschaften.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 26.04.2004

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