Deutsche geben weniger Geld für Kinderkleidung aus als Engländer: Harry Potter regt Phantasie der Modemacher an

Deutsche geben weniger Geld für Kinderkleidung aus als Engländer
Harry Potter regt Phantasie der Modemacher an

In der Kinder- und Jugendmode geht der Trend "weg von Britney Spears hin zu Harry Potter". Glamour und urbane Themen seien etwas für die Kids von gestern, meinte Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut anlässlich der parallel zur Herren-Mode-Woche in Köln laufenden Kind + Jugend (1. bis 3. Februar).

agr KÖLN. Angesagt seien Phantasie und Vielfalt. Dabei feiere mit der Jeans das Bodenständige und Zünftige ein Comeback.

Während die Modedesigner die Klamotten der Kids mit Flicken und abgewetzten Stellen jetzt künstlich auf benutzt trimmen, findet neue Kinderkleidung immer weniger Käufer. Zwar sei die Kinderbekleidungsbranche mit einem Umsatzplus von 5 % im Januar des Jahres 2001 gut gestartet, sagte Heijo Gassenmeier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Doch habe am Jahresende unter dem Strich ein Minus von 5 % gestanden. Dabei habe die Kinderbekleidung mit minus 3 % besser abgeschnitten als Babyausstattung mit einem Rückgang von 6 %. Lediglich Designerware verzeichnete eine stabile Umsatzentwicklung. Die Erlöse gingen laut BTE insgesamt auf 2,9 Mrd. ? zurück.

Entsprechend seien auch die Erträge geschrumpft, stellte Gassenmeier fest. Nach einer Verbandsumfrage klagen rund zwei Drittel der Firmen über schwache Erträge. Als Ursachen nannten die Unternehmen vor allem das konjunkturell bedingte, schlechte Konsumklima, aber auch die rückläufige Geburtenrate.

Dabei gibt es durchaus noch Wachstumschancen für Kindermode. Nach einer Studie von Roland Berger geben die Engländer pro Kind jährlich 492 ? für Kleidung aus, die Franzosen 411 ? und die Italiener 360 ?. In Deutschland sind es 249 ?. Laut Roland Berger sind Kinder hier zu Lande kein Statussymbol wie etwa Autos, Häuser oder teure Hobbys.

Der Kinderfachhandel beurteilt die Aussichten für 2002 sehr verhalten. Nur ein Fünftel der Firmen rechnet mit einem Umsatzplus, 51 % mit Stagnation und 29 % erwartet einen Umsatzrückgang.

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