Deutsche Geiseln berichten über Befreiungsaktion
Geisel: „Wir haben schweinemäßiges Glück gehabt“

Bei dem Militärschlag des algerischen Militärs zur Befreiung der europäischen Touristen gab es nach einem Bericht von zwei heimgekehrten Geiseln heftige Feuergefechte. "Wir haben schweinemäßiges Glück gehabt", sagte Axel Mantey, der mit einer sechsköpfigen Gruppe aus Bayern in der Wüste unterwegs war, in einem Interview mit der "Südwestpresse".

HB/dpa STUTTGART. Am Tag der Befreiungsaktion, dem vergangenen Dienstag gegen 11 Uhr, sei ein Hubschrauber gelandet, der zwei Raketen auf die Geiselnehmer abgefeuert habe. Anschließend sei eine dreiviertel Stunde lang geschossen worden. Mehrere Soldaten seien verletzt worden. Nur weil die Terroristen von ihren Geiseln wegrannten, sei keiner der Touristen verletzt oder getötet worden.

Den entscheidenden Hinweis für die Befreiungsaktion hat nach den Worten von Manteys Freundin, Melanie Simon, ein Nomade gegeben. "Der Nomade hat sich 15 Tage lang auf unsere Spur geheftet. Schließlich gab er der Armee den entscheidenden Hinweis", sagte sei der Zeitung. Die Geiselnehmer hätten ein Kamel des Nomaden erschossen und ein weiteres mitgenommen. Deswegen sei der Wüstenbewohner ihnen gefolgt. Ständig während des drei Monate langen Entführungsdramas seien Hubschrauber und Flugzeuge über ihnen geflogen, doch keiner habe die Gruppe und die Geiselnehmer gesehen.

Zunächst, direkt nach der Gefangennahme am 21. März, seien alle mit dem Auto der Touristen durch die Wüste geflohen. Zwei Tage später wurden zwei österreichische Gruppen gekidnappt, die sie "zufällig" getroffen hatten, berichtete Mantey. Als nach zwei Wochen das Benzin ausging, "verbrachten wir 25 Tage in einer 100 Meter tiefen Schlucht". Schließlich seien sie zu Fuß weitergewandert.

"Sie waren uns gegenüber sehr wohlgesonnen, immer freundlich, nie aggressiv - außer wenn einer von uns aggressiv wurde", beschrieb Mantey die Geiselnehmer. Bei dem Überfall seien zwei aus der Touristengruppe verletzt worden, da der Fahrer ihres Wagen versucht habe, zu fliehen. Doch anschließend seien beide medizinisch versorgt worden. Der "Doc" unter den Entführern habe "sogar Aids-Handschuhe benutzt", so Mantey.

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