Deutsche Geothermiestudie bestätigt enormes Potenzial
Erdwärme ergänzt Wind und Sonnenenergie

In Deutschlands Erdkruste schlummert ein enormes Potenzial für geothermischen Strom. Das ist das Fazit einer Studie des Büros für Technikfolgenabschätzung im Bundestag, die gestern vorgestellt wurde.

hsn DÜSSELDORF. Die bis in 7 km Tiefe vorhandene Wärme reiche aus, um mehr als das 600-fache des deutschen Jahresstrombedarfs zu decken, heißt es in der Untersuchung. In einem Energiemix sei die Geothermie eine ideale Ergänzung zu Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse.

Geothermische Kraftwerke lassen sich wie herkömmliche gas-, öl- oder kohlebefeuerte Anlagen ohne großen regelungstechnischen Aufwand in das Stromverbundnetz eingliedern. Dafür notwendige Technologien stehen zur Verfügung oder befinden sich unmittelbar vor der Einsatzreife. Die erste Turbine, die in Deutschland geothermischen Strom in das Netz einspeisen wird, soll im November diesen Jahres in Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) offiziell in Betrieb gehen. Der Platzbedarf für solche Anlagen ist vergleichsweise gering, da sich die eigentliche "Feuerungsanlage" einige Kilometer tief im Innern der Erde befindet.

Die Studie räumt gleichzeitig mit dem alten Vorurteil auf, dass außerhalb vulkanischer Zonen nur geringe geothermische Potenziale anzutreffen seien. Das Gegenteil ist der Fall: Je tiefer man in die Erde vordringt, um so wärmer wird es. 99 % des Erdkörpers ist heißer als 1 000 Grad Celsius. Der täglich aus dem Erdinnern steigende Wärmestrom entspricht etwas dem 2,5-fachen des weltweiten Energiebedarfs, haben Forscher berechnet. Bislang wird diese Wärme weitgehend ungenutzt in den Weltraum abgestrahlt.

Die Studie kann im Internet auf der Homepage der Geothermischen Vereinigung (www.geothermie.de) eingesehen werden.

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