Deutsche haben den Startschuss verpasst
Euro-Norm zwingt Autobauer zum Einbau von Dieselrußfiltern

Jahrelang haben sich die deutschen Autobauer vehement gegen den Dieselrußfilter gewehrt. Stattdessen propagierten sie Lösungen innerhalb der Motoren, um den Anteil an gesundheitsschädlichen Rußpartikeln in den Abgasen zu reduzieren. Nun sind die widerspenstigen Autobauer bekehrt.

HB DÜSSELDORF. "Alle deutschen Automobilhersteller werden auf der IAA Autos mit Diesel-Rußfilter vorstellen", sagt Eckehart Rotter, Sprecher des Branchenverbandes VDA in Frankfurt.

Die kleine Chemiefabrik, die die gesundheitsschädlichen Partikel in den Abgasen eliminiert, könnte sich nach Ansicht von Experten ähnlich rasch durchsetzen wie die Katalysatoren in den 80er Jahren. Denn wie es scheint, gibt es keine andere Lösung, um bei den größeren Motoren die verschärften Grenzwerte der Euro IV-Norm einzuhalten, die ab Anfang 2005 in Kraft tritt. Mit der neuen Abgasnorm werden die Grenzwerte für Diesel-Pkws weiter verschärft. Die Hersteller müssen gegenüber der Euro-III-Norm die Stickoxid- und Partikelemission um die Hälfte reduzieren. Die StickoxidWerte entsprechend zu drücken, ist für die deutschen Hersteller ein Kinderspiel: mit Katalysator und schwefelarmem Kraftstoff haben viele Autobauer dieses Ziel schon jetzt erreicht. Probleme bereitet den Herstellern hingegen die Forderung nach weniger Rußpartikeln - besonders bei den größeren, leistungsstärkeren Dieselmotoren.

Als erster deutscher Autobauer kündigte daher BWM bereits sechs Wochen vor der Autoshow in Frankfurt den Einbau der Rußfilter in seine 5er- und 7er-Modelle an. "Ab Mitte nächsten Jahres werden alle Dieselfahrzeuge dieser Modellreihen serienmäßig mit der Filtertechnik ausgestattet", sagte BMW-Sprecher Wieland Bruch.

Wenige Tage später zog Mercedes nach. Im Gegensatz zum Konkurrenten in München bieten die Stuttgarter die neue Technik für die Dieselmotoren der C- und E-Klasse bereits ab Oktober dieses Jahres an. Doch nicht nur für die großen Modelle, die nicht ohne ihn auskommen, auch für die Vier- und Sechszylinder-Modelle von Mercedes ist ab 2004 ein Rußfilter erhältlich, der auch ohne Zusatzstoffe länger halten soll.

Mercedes verkauft den Filter für 580 Euro zusammen mit einem Euro-IV-Paket, für das in Deutschland bis 2005 eine Steuerermäßigung von gut 600 Euro gilt. "Wir setzen uns dafür ein, dass sich der Rußfilter verbreitet", begründet ein Sprecher den Schritt. Mehr als 1000 Kunden hätten das Paket seit der Ankündigung Anfang August schon bestellt.

Auch VW, Opel und Ford werden auf der IAA Fahrzeuge mit Dieselrußfiltern zeigen. Die meisten Autobauer setzen bei ihren Lösungen auf katalytisch beschichtete Filter. Die neuen Systeme kommen nach Aussagen der Hersteller ohne Kraftstoffzusatz aus und müssen nicht mehr gewartet werden. Das ist ein Fortschritt gegenüber den Filtern, die der französische Hersteller PSA (Peugeot und Citroën) - als erster Autobauer weltweit - seit 2000 in seine Diesel-Pkws einbaut. Nach etwa 600 bis 800 Kilometern haben sich die Poren des Filters so zugesetzt, dass sie wieder von dem Ruß befreit werden müssen.

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