Deutsche Handballer auf Goldkurs
"Wir schlagen sowieso jeden"

Die Silbermedaille ist den deutschen Handballern bereits sicher. Doch damit will sich die Mannschaft von Bundestrainer Brand nicht zufrieden geben.

HB ATHEN. Florian Kehrmann war angeblich ahnungslos. «Was, gegen wen spielen wir im Finale?». Der Gegner heißt Kroatien, Herr Kehrmann. Die haben gerade vor Ihnen gespielt und sich mit 33:31 gegen Ungarn durchgesetzt. «Ach, der Gegner ist mir egal. Wir schlagen sowieso jeden», zuckte Kehrmann mit den Schultern.

Der Rechtsaußen der deutschen Handball-Nationalmannschaft strotzte nach dem 21:15 (9:10) im Halbfinale gegen Russland geradezu vor Selbstvertrauen. Woher er das allerdings nahm, blieb mit Blick auf das Spiel gegen den Olympiasieger von Sydney vor 10.032 Zuschauern in der Helleniko Arena sein Geheimnis.

Denn der Europameister bot ein Spiel der vergebenen Chancen. Mit vier Treffern war Kehrmann hinter Stefan Kretzschmar (5) zwar der erfolgreichste Schütze in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB), doch der Bundesligaspieler des TBV Lemgo konnte ebenso wie sein Nationalmannschaftskollege aus Magdeburg nur 50 Prozent der sich bietenden Möglichkeiten verwerten.

Und diese Wurfschwäche zog sich durch die gesamte Mannschaft. Beispiel gefällig: Christian Schwarzer hatte sieben Torchancen, traf aber nur dreimal. Noch schlimmer sah es bei Daniel Stephan mit 2 Treffern bei acht Möglichkeiten aus. Doch diese schlechte Chancenverwertung resultiert nicht nur aus der Wurfschwäche der deutschen Spieler, sondern ist vor allem auch der überragenden Leistung des russischen Torstehers Andrej Lawrow geschuldet. Er hielt jeden zweiten Wurf der Deutschen. «Bei dem, was Lawrow gehalten hat, kann man eigentlich kein Spieler gewinnen», lobt Henning Fritz seinen Torwartkollegen.

Doch der Kieler stand seinem russischen Gegenüber in nichts nach. Der Kieler hatte bereits im Viertelfinale-Thriller am Mittwoch seiner Mannschaft mit einer Weltklasseleistung im Siebenmeter-Werfen das Weiterkommen gesichert. Ein Lob hatte Fritz für Jan-Olaf Immel übrig, der die Aufgaben des in der 40. Minute gesperrten Volker Zerbe übernahm, der zuvor schon zwei Zeitstrafen erhalten hatte. «Immel war einer der Garanten unserer Abwehr», sagte Fritz. Auch Routinier Christian Schwarzer sprach dem 28-Jährigen ein Lob aus. «Wir haben in der Abwehr einfach hervorragend gestanden, Immel hat ein tolles Spiel geboten.»

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