Deutsche Internetstudie
E-Mails sind der Renner

Knapp die Hälfte der Deutschen nutzt das Internet, täglich rund eine Stunde. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene sind der repräsentativen Studie zufolge online. Damit sind die Deutschen keineswegs Spitze im weltweiten Vergleich.

HB/dpa DÜSSELDORF. Die US-Amerikaner sind zu 70 % online. Sie passen auch besser auf die Nachwuchs-User auf, sagte am Mittwoch in Düsseldorf der Leiter des Europäischen Medieninstituts, Jo Groebel, bei der Vorstellung der Internetstudie "Deutschland und die digitale Welt".

Kaum ein Erwachsener in Deutschland schaut seinem Kind beim Surfen auf die Finger. Die meisten Eltern tun es gar nicht, oder sie vertrauen auf die Einsicht der Sprösslinge oder auf technische Filter, die vor Sex- und Gewaltangeboten schützen sollen. Amerikanische Eltern sind da konsequenter, geht aus Parallelstudien in anderen Ländern hervor.

Als wichtigste Funktion des Internets sehen sie Nutzer die E-Mail an. Mehr als zwei Drittel senden und empfangen elektronische Post. Die Zeit für Mails, Nachrichtenrecherche oder Chatroom gehe allerdings auf Kosten des Fernsehens und der Familie. Nur bei Freunden würden keine Abstriche gemacht, sagte Groebel. "Onliner" sitzen der Befragung von 3000 Bürgern zufolge durchschnittlich 144 Minuten vor dem Fernseher, andere 193 Minuten.

Beliebt ist das Internet auch im Beruf. 60 % der Nutzer mailt, und mehr als ein Drittel surft privat am Arbeitsplatz, berichteten die an der Studie beteiligten Medieninstitute. Ein Drittel der Nutzer glaube dabei zwar, dass der Arbeitgeber kontrolliert, aber wohl nicht sehr streng.

Wie ein größerer Teil der Nicht-Nutzer ins Internet zu locken ist, steht für die Medienexperten fest. Sie haben ein 10-Punkte-Programm aufgestellt, das vor allem auf die Bedenken der "Offliner" und die Kosten abzielt. Die Kosten müssten zumindest gesenkt werden. Besonders Haushalte mit wenig Geld schreckten vor dem Einstieg zurück. Darüber hinaus müssten die Glaubwürdigkeit der Inhalte über eine Weiterentwicklung journalistischer Grundsätze sowie die Sicherheit verbessert werden. Anders seien die 80 % der Nichtnutzer, die nicht ans Netz wollten, kaum zu überzeugen, sagte Groebel.

An der Studie waren die Landesanstalt für Medien, das Europäische Medienzentrum (beide Düsseldorf) und das Europäische Zentrum für Medienkompetenz (Marl) beteiligt.

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