Deutsche Kandidaten
Spekulationen um Hickersberger-Nachfolge nehmen zu

Zwei Tage nach dem plötzlichen Rücktritt von Teamchef Josef Hickersberger nehmen die Spekulationen um seinen Nachfolger bei der österreichischen Nationalmannschaft irrwitzige Züge an. Auch viele Deutsche gelten als Kandidaten.

"Wer wird"s?", fragte etwa der Kurier und stellte in seiner Ratlosigkeit, und mit einem Augenzwinkern, 41 Kandidaten zur Auswahl.

Während Hickersberger nach seinem Abschied noch ein Plädoyer für seinen bisherigen "Co" und Teammanager Herzog hielt, hüllt sich die Führungsriege des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) in Schweigen. Vor Beginn der Trainerfindung richtete ÖFB-Präsident Friedrich Stickler immerhin noch aus, es werde nun "mit Volldampf" gesucht, höchstens bis Ende Juli solle das dauern, und dabei sei zu beachten, "dass wir nicht immer nur im eigenen Saft brutzeln".

Zahlreiche Deutsche stehen zur Auswahl

Neben den üblichen Verdächtigen aus Österreich wie Herzog, Kurt Jara, Didi Constantini oder Walter "Schoko" Schachner tauchen beim wilden Spekulieren in den rot-weiß-roten Medien daher vor allem die Namen ausländischer Trainer auf. Zur Auswahl stehen dabei zahlreiche Deutsche: Toppmöller, Schäfer, Volker Finke, Klaus Augenthaler, Rudi Völler und Berti Vogts kommen als Kandidaten in Frage - die Zeitung Die Presse hat sogar bei Peter Neururer angerufen. Der wird mit den Worten zitiert: "Es wäre eine tolle Aufgabe."

Die österreichischen Experten und solche, die sich dafür halten, plädieren für Andreas Herzog. Vorgänger Hickersberger sagt: "Er hat internationale Erfahrung. Für mich hätte er die notwendige Qualifikation." Aber einen Klub hat der ehemalige Profi von Werder Bremen und Bayern München noch nicht trainiert. Und es ist außerdem unklar, wie die Vertreter der österreichischen Bundesliga reagieren. Sie haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl, und Hickersberger ist unter anderem wegen ihnen gegangen: "Was bilden die sich ein!?"

Geld nicht der entscheidende Faktor

Am Geld, sagt Stickler, soll es nicht scheitern. Bei Guus Hiddink anzurufen, wie es Hickersberger scherzhaft vorgeschlagen hat, können sich die "Gröscherlzähler" (Kurier) beim ÖFB allerdings getrost sparen. Realistischer wäre da schon der Gedanke an Zlatko Kranjcar. Der 51-Jährige stand 1985 als Spieler mit Rapid Wien im Europapokalfinale der Pokalsieger, als Trainer führte er Kroatien zur WM 2006. Kranjcar kann beiden Seiten gerecht werden: Er besitzt einen kroatischen Pass - und einen österreichischen.

Vorerst führt Andi Herzog interimistisch die Geschicke der Nationalmannschaft weiter: Was eine Zukunft als Teamchef angeht, so hat er "gehört, dass ich es nicht werde". ÖFB-Präsident Stickler teilt derweil noch mit, er könne sich Englisch als Umgangssprache im Team vorstellen und will mal mit Gerard Houllier sprechen: Der ist Franzose, war aber lange Jahre beim FC Liverpool tätig.

© SID

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