Deutsche Konjunktur
Deutliche Bremsspuren zu sehen

Die Konjunkturabkühlung in Deutschland ist nicht länger ein Hirngespinst pessimistischer Prognostiker. Sie ist Realität und lässt sich inzwischen von Woche zu Woche eindeutiger identifizieren. Die Bestellungen bei der deutschen Industrie sind im ersten Quartal gesunken, die Produktion fängt seit März ebenfalls an zu lahmen, was die Kapazitätsauslastung drückt. Beim Export sind Bremsspuren deutlich erkennbar. Das Handwerk ist pessimistisch, und auch die Einzelhändler haben nichts zu lachen - ihr Umsatz sinkt trotz Steuerentlastung.

In den Wachstumszahlen fällt der Befund allerdings noch nicht so negativ aus. Im Vergleich zum sehr schwachen vierten Quartal 2000 hat sich das Wachstumstempo in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder beschleunigt. Doch dies war auch in den für das Gesamtjahr nach unten geschraubten Wachstumsprognosen der Institute und Banken einkalkuliert. Sollte das Ergebnis schlechter ausfallen als einkalkuliert, ist die nächste Runde der Prognose-Revisionen nach unten eröffnet, zumal allgemein dem zweiten Quartal wenig zugetraut wird. Stagnation im Zeitraum April bis Juni, wie vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung vorausgesagt, ist angesichts der schwächer gewordenen Nachfrage aus dem In- und Ausland und des starken Preisanstiegs, der den steuerbedingten Einkommenszuwachs teilweise absorbiert, nicht ausgeschlossen.

Auch der abermalige Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas im April passt in dieses Bild. Selbst wenn sich die Erwartungen der Unternehmen in zwei bis drei Monaten stabilisieren sollten, ändert dies nichts daran, dass sich ihre Gewinn- und Absatzaussichten drastisch verschlechtert haben. Dies geht zu Lasten von Investitionen und Neueinstellungen. Deshalb besteht die Gefahr, dass die Konjunkturabschwächung nach der Jahresmitte anhält und die Beschäftigung dann nur noch stagniert oder sogar wieder abnimmt.

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