Deutsche legten 635 Milliarden Mark in Aktien an
Aktie überholt Sparbuch

Die Deutschen legten mittlerweile 635 Milliarden Mark in Aktien an.

ap KÖLN. Die Aktie hat mittlerweile das Sparbuch als Geldanlageform überholt. Im vergangenen Jahr hielten nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft die privaten Haushalte mit 635 Milliarden Mark fast zehn Prozent ihres Geldvermögens in Aktien. Fast 18 % der Bevölkerung über 14 Jahren investierten direkt in Anteilsscheine oder Aktienfonds. Nur noch sechs Prozent des Ersparten seien dagegen langfristig, beispielsweise in Sparbüchern oder Sparverträgen, angelegt. 1992 waren es noch doppelt so viel.

Die Gründe für den Aktienboom sind nach Einschätzung des Instituts vielfältig und nicht allein auf das Konto von Schauspieler Manfred Krug und der Deutschen Telekom zurückzuführen, auch wenn das Unternehmen mit dem Konzept der Volksaktie einen großen Beitrag zu Aktienkultur geleistet habe. Die angesichts der demographischen Entwicklung gestiegene Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge sowie die besseren Rendite bei Aktien trugen ebenfalls zu der steigenden Beliebtheit dieser Geldanlage bei.

Fünffache Rendite

Wer Anfang 1990 in einem Sparvertrag 10 000 Mark anlegte und dabei eine großzügige Rendite von sieben Prozent jährlich erzielte, verdoppelte sein Erspartes bis 1999 nahezu auf 20 000 Mark. Fast das Fünffache konnten diejenigen kassieren, die das Geld in Aktien investierten, vorausgesetzt die Papiere entwickelten sich wie der DAX, rechnet das iw vor. Trotz empfindlicher Einbußen in den vergangenen Wochen an den Börsen habe sich das Engagement dennoch gelohnt. So habe der allgemeine Index des Neuen Marktes, Nemax, Mitte Oktober mit rund 4 300 Punkten immer noch um etwa 45 % über dem Stand von Ende Oktober 1999 gelegen.

Auch der Gesetzgeber trug nach Einschätzung des Instituts zum Aktienboom bei. So sorge das 1995 gegründete Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel für einen besseren Schutz der Anleger etwa vor Insidergeschäften. Neu zugelassene Anlageformen wie etwa Dachfonds machten den Anlegern das Investment in risikoreichere aber renditestärkere Papiere schmackhaft.

Lebensversicherungen und Fonds immer beliebter

Aber auch andere Anlageformen wie Lebensversicherungen und Investmentfonds erfreuten sich den Angaben zufolge wachsender Beliebtheit. Lebensversicherungen verzeichneten in den 90er Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum. Stark angeheizt wurde die Nachfrage 1999, als die Besteuerung von Zinserträgen aus Neuverträgen diskutiert wurde.

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