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Deutsche Musikindustrie begrüßt Urteil gegen Napster

Die deutsche Musikindustrie hat das Urteil gegen die umstrittene Online-Musiktauschbörse Napster begrüßt. "Das Urteil ist ein Sieg für alle Musikschaffenden", teilte der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft am Dienstag in Hamburg mit.

Reuters HAMBURG. Die Tauschbörse Napster wird nach einer Gerichtsentscheidung vom Montag zwar nicht abgeschaltet, muss aber künftig ihre Nutzer am Tausch urheberrechtlich geschützter Lieder hindern. "Auch Napster darf sich nicht über die Rechte der Urheber hinwegsetzen", hieß es beim Branchenverband weiter. Geistiges Eigentum dürfe ohne Zustimmung nicht öffentlich im Internet angeboten werden.

Das vor knapp zwei Jahren von einem US-Teenager entwickelte Napster hat eigenen Angaben zufolge inzwischen rund 50 Millionen Nutzer. Sie tauschen auf der Website www.napster.com komprimierte Musikdateien, ohne dafür zu bezahlen. Gegen Napster geklagt hatte die US-Musikindustrie, die das Urteil ebenfalls als "klaren Sieg" bezeichnete. Das im kalifornischen Redwood City ansässige Unternehmen Napster sieht sich durch den Gerichtsentscheid von der Schließung bedroht und will in die Berufung gehen.

Mit dem Urteil habe sich die Rechtsauffassung vieler Künstler und der Musikindustrie voll durchgesetzt, teilte der Verband der deutschen Musikindustrie weiter mit. "Dies ist ein wichtiger Schritt, um im Internet einen funktionsfähigen Marktplatz für Musik zu etablieren, der die Ertragsfähigkeit von Musik gewährleistet und dem Verbraucher legale Angebote macht."

Viele der in Deutschland ansässigen Musikunternehmen gehören zu den fünf weltgrößten Musikkonzernen Sony, Warner , EMI, Universal und die Bertelsmann Music Group (BMG), die Napster allesamt verklagt hatten. Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann war im Herbst aus der Reihe der Kläger ausgeschert und eine Allianz mit Napster eingegangen. Nach Umwandlung von Napster in ein kostenpflichtiges Angebot soll die BMG ihr digitalisiertes Repertoire Napster zur Verfügung stellen. Dieser Allianz hat sich unterdessen die am Neuen Markt notierte Edel Music angeschlossen.

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