Deutsche Post hat Börsenprospekt vorgelegt
Aktie Gelb: Anlage mit Risiken

Die Deutsche Post hat am Montag ihren Börsenprospekt vorgelegt. Die Preisspanne soll Ende dieser Woche bekannt gegeben werden. Analysten rechnen mit 18 bis 23 Euro.

dpa BONN. Mit einem umfangreichen Börsenprospekt haben die Deutsche Post und die Konsortialbanken die heiße Phase für die "Aktie Gelb" eingeläutet. Dem Privatanleger wird in dem Prospekt, der am Montag in Bonn vorlag, ein solides Unternehmen mit guten Wachstumsperspektiven, globalem Expansionskurs und kalkulierbaren Risiken präsentiert. Attraktive Vergünstigungen sollen in dem derzeit schwierigen Börsenumfeld zusätzlich zum Kauf bewegen.

Rund 20 Euro wird die Aktie nach Vorab-Einschätzungen von Analysten kosten. Privatanleger können die Aktie vom nächsten Montag (30. Oktober) an bis zum 16. November zeichnen. Die erste Notierung ist für den 20. November geplant.



Preisspanne voraussichtlich bei 18 bis 23 Euro

Ende dieser Woche soll die Preisspanne genannt werden. Analysten veranschlagen sie auf etwa 18 bis 23 Euro. Frühzeichnern (bis 10. November) winkt ein Rabatt, dessen Höhe im Prospekt nicht genannt wird. Im Gespräch sind 2 bis 4 %. Außerdem können alle Aktienkäufer der ersten Stunde - wie schon bei den Börsengängen der Deutschen Telekom - mit so genannten Treueaktien rechnen. Halteperiode und Ausgabeverhältnis werden noch mitgeteilt.

Wer beim Börsenstart dabei ist, erwirbt auch für das gesamte Jahr 2000 eine Dividendenberechtigung. Über Ausschüttung, Höhe und Zeitpunkt wird die Hauptversammlung des Konzerns 2001 entscheiden. Bestätigt wurde im Prospekt, dass sämtliche 49 % der Aktien, die vom Bund derzeit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geparkt sind, auch zum Handel zugelassen werden sollen. Von der erwarteten Marktkapitalisierung ist die Post damit sicherer Kandidat für eine Aufnahme in den Deutschen Aktienindex (Dax).



Zahl der Aktien bleibt weiter ein Geheimnis

Große Überraschungen bot der Börsenprospekt nicht, da die Post, die sich inzwischen mit dem weltläufigen Konzernnamen Deutsche Post World Net schmückt, bereits scheibchenweise Informationen herausgegeben hatte. Das Geheimnis, wie viele Aktien genau verkauft werden, wurde noch nicht gelüftet. Mindestens 278 200 000 und bis zu 319 325 217 Stückaktien werden angeboten. Das entspricht den bislang immer genannten 25 bis 33 % der gesamten Anteile des Alleineigentümers Bund. Ohne Zustimmung der beteiligten Banken wird es laut Börsenprospekt ein Jahr lang (bis 1. November 2001) weder eine weitere Tranche von Bund und KfW noch eine Kapitalerhöhung seitens des Post-Konzerns geben.

Den Haftungsregeln gemäß wird in dem Prospekt ausführlich auf die künftigen Risiken für das Unternehmen verwiesen, die zu "erheblichen nachteiligen Auswirkungen" auf die Finanz- und Ertragslage führen könnten. Dazu zählten neben den Unsicherheiten eines künftigen nationalen Konkurrenzmarktes vor allem anhängige Wettbewerbsverfahren bei der EU-Kommission in Brüssel. Eine erzwungene Senkung des jetzt gültigen Briefportos sei ebenso wenig auszuschließen wie ein Wegfall des gewinnträchtigen Teilmonopols bei der Briefbeförderung nach dem 31. Dezember 2002.



Post-Chef Zumwinkel stuft Risiken als beherrschbar ein

Post

-Vorstandschef Klaus Zumwinkel hat die Risiken jedoch immer wieder als beherrschbar eingestuft. Für mögliche Bußgelder seien bereits Rückstellungen gebildet worden. Für ihn ist die Aktie eine "ausgezeichnete Investitionsmöglichkeit".

Die früher staatliche Behörde habe sich bereits zu einem erfolgreichen multinationalen Konzern entwickelt, heißt es im Börsenprospekt. Auch für ihr Geschäft in diesem Jahr äußert sich die Post optimistisch. Beim Umsatz gab es im ersten Halbjahr ein Plus von 58 % auf 15,7 Mrd. Euro. Der Gewinn stieg sprunghaft um 141 % auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Konzern sei "gut positioniert", um auch von der zunehmenden Globalisierung der Weltwirtschaft und dem prognostizierten Wachstum der Logistikmärkte und des E-Commerce zu profitieren. Geplant seien weitere Zukäufe.

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