Deutsche Post
Kommentar: Siebenmeilenstiefel

Mit Siebenmeilenstiefeln eilt die Deutsche Post nun auch international von Übernahme zu Übernahme. Ob in Großbritannien, den USA, Singapur oder China, der Logistik- und Briefkonzern aus Bonn geht rund um den Globus auf Einkaufstour.

Post-Chef Klaus Zumwinkel will weltweit die Nummer eins im Logistik- und Briefgeschäft werden. Logistikexperten sehen die Post bereits im Kaufrausch und befürchten, dass sich die Deutsche Post vergaloppiert. Zu schnell und zu viel werde da auf einmal zusammengekauft. Jede Möglichkeit, die sich bietet, wird offenbar ergriffen. Vor der Kaufwut der Deutschen scheint keiner sicher.

Doch wer den Ex-McKinsey-Berater und begeisterten Gipfelstürmer Zumwinkel kennt, weiß: Der Mann ist bisher immer am Ziel angekommen. Schließlich muss der größte Postkonzern überall dabei sein, wo sich gute Übernahmemöglichkeiten auftun. Finanziell machen die zahlreichen, eher kleineren Akquisitionen, mit denen der Post-Chef zurzeit das Geschäft ab- und aufrundet, auch keine Probleme. Die Deutsche Post ist weitgehend schuldenfrei und schwimmt im Geld, insbesondere im Vergleich mit der Schwester Deutsche Telekom.

Die Strategie ist auch transparent: Das Paketgeschäft baut Zumwinkel unter der internationalen Dachmarke der Expressgesellschaft DHL aus. Dabei müssen allerdings noch einige "Lücken" geschlossen werden, wie es der Post-Chef ausdrückt. In den USA ist die Deutsche Post beispielsweise über DHL vor allem im Luftfrachtgeschäft tätig. Doch damit können Waren nur bis zu den Flughäfen und nicht aus einer Hand bis zum eigentlichen Ziel, dem Paketempfänger, gebracht werden. "Wir wären schlechte Kaufleute, wenn wir da nicht überlegen würden, wie wir diese Lücke schließen könnten." Mit der bevorstehenden Übernahme des Bodengeschäfts von Airborne könnte dies gelingen. Und damit dürfen sich die Wettbewerber UPS und Fedex auf ihrem Heimatmarkt warm anziehen. Beide sind in den USA klare Marktführer zu Lande und in der Luft. Ein dritter, starker Anbieter kommt dem Wettbewerb daher nur zugute und kann auch nur im Interesse der Kunden sein.

Im Briefgeschäft nutzt Zumwinkkel die Fortschritte bei der Liberalisierung der Postmärkte in der EU. Werden Märkte, wie in den Niederlanden und Großbritannien, geöffnet, ist die Deutsche Post dabei. Mit der vollständigen Übernahme von Securicor in Großbritannien setzt Zumwinkel auf den Aufbau eines eigenen Briefnetzes. In anderen Ländern will er sich an der Privatisierung der staatlichen Postgesellschaften beteiligen, so in Dänemark und Österreich.

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