Deutsche Post legt deutlich zu
Dax zeigt sich von Steuererhöhung unbeeindruckt

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Mittwochnachmittag auf den Beschluss der Bundesregierung eines Drei-Milliarden-Programms zur Erhöhung der Innereren Sicherheit, das über Steuererhöhungen finanziert werden soll, nicht reagiert.

rtr/dpa-afx FRANKFURT. Das Kursbarometer behielt seinen Aufschlag von 0,7 % auf 4223 Punkte unverändert bei. Am Neuen Markt notierte der Nemax50 mit einem Plus von 1,2 % auf 823 Punkte. "Die Tatsache, dass nicht jeder davon betroffen ist, ist wichtig", sagte eine Händlerin und verwies auf die Erhöhung der Tabak- sowie Versicherungssteuer.

Deutsche Post wird zum Kauf empfohlen

Die Aktien der Deutschen Post World Net AG haben sich am Mittwochnachmittag mit einem deutlichen Plus von 7,25 % auf 14,65 ? an die Spitze der Dax-Gewinner geschoben. Händler führten das deutliche Plus auf den vermeintlich defensiven Charakter der Aktien, einer attraktiven Bewertung und Kaufempfehlungen der Investmenthäuser Credit Suisse First Boston (CSFB) und Merck Finck & Co zurück.

Die Münchener Analysten hatten ihre Anlageempfehlung für die Aktie am Vortag von "Marketperformer" auf "Outperformer" angehoben. Das Unternehmen sei relativ wenig auf dem nordamerikanischen Markt aktiv, hieß es zur Begründung. Zudem erwirtschafte der Logistikkonzern laut den Experten von Merck Finck & Co einen hohen Gewinnanteil im nationalen Briefgeschäft.

Auch die Experten von CSFB unterstreichen, dass die Deutsche Post rund 91 % der Umsätze in Europa generiere. Das US-Geschäft trage mit rund sechs Prozent zum Gruppenumsatz bei. Dies betrifft vor allem Express und Logistik (Danzas). Die Experten der Credit Suisse First Boston rechnen damit, dass das Briefgeschäft im Jahr 2001 73 % zum Gruppen-EBITA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) beitragen wird. Express steuere rund sieben Prozent und Logistic etwa 5 % bei.

Telekom stand im Mittelpunkt des Handels

Im Mittelpunkt des Handels standen neben der DeutschenPost auch die Titel der Telekom , die gut drei Prozent auf 16,45 ? zulegten. "Hier müssen einige Anleger, die auf fallende Kurse spekuliert hatten, ihre Positionen glattstellen", sagte ein Händler. Außerdem seien die Telekommunikationsaktien in der unsicheren Marktlage relativ sicher, sagte ein Fondsmanager. "Das gleicht einem Hafen im Sturm." Seit den Anschlägen in den USA und dem Rekordtief des Papiers am Dienstag vergangener Woche haben die Titel rund 25 % an Wert gewonnen.

Die Titel der Allianz stiegen zwischenzeitlich um über zwei Prozent auf 245,00 ?. Händler sagten, der Versicherungskonzern stünde angesichts der politischen Ereignisse in den USA täglich im Blickpunkt des Interesses und präsentiere sich sehr volatil. Eine mittelfristige Tendenz nach den Anschlägen sei aber noch nicht erkennbar. Unter Druck standen die Technologietitel SAP und Infineon , die jeweils rund fünf Prozent einbüßten. Nachrichten aus den Unternehmen wurden bis zum Nachmittag nicht bekannt. Händler sagten, die Verluste resultierten aus der generellen Unsicherheit der Anleger am Markt.

Der Markt rechnet mit Gewinnwarnung bei Lufthansa

Die Titel der Lufthansa fielen zeitweise um mehr als zwei Prozent auf 10,24 ?. Der Markt rechne weiter mit einer Gewinnwarnung der Fluggesellschaft, sagte ein Händler. Die Lufthansa will sich am Mittwochabend nach Börsenschluss in Frankfurt (20:00 Uhr MESZ) zu ihrer wirtschaftlichen Situation nach den Anschlägen in den USA äußern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%