Deutsche Post will von Sponsor-Zusage nichts mehr wissen
Essens Handballer vor der Insolvenz

Weil die Deutsche Post von einem Großteil zugesagter Sponsor-Zahlungen nicht mehr wissen will, klafft ein großes Loch in der Finanzplanung des traditionsreichen TuSEM Essen. Dabei ist der Verein auf einem guten Weg, an die sportlichen Erfolge der 80er und frühen 90er Jahre anzuknüpfen.

arn ESSEN. Es ist ein mühseliges Geschäft, das Klaus Schorn schon seit vielen Jahren betreibt: Inmitten der großen Fußball-Bastionen an Rhein und Ruhr versucht der 69-jährige Manager des Handball-Bundesligisten TuSEM Essen unermüdlich, seine Ware an den Mann zu bringen. Immerhin hat er es geschafft, den Verein zu einer der ersten Adressen in der bundesdeutschen Sportlandschaft zu machen. Umso härter trifft ihn die aktuelle Entwicklung. Weil die Deutsche Post AG einen Großteil zugesagter Zahlungen einstellte, droht dem Klub möglicherweise sogar die Insolvenz. "Wir hatten verbindliche Zusagen, die in letzter Konsequenz nicht eingehalten wurden", sagt Schorn.

In der laufenden Spielzeit fehlen geschätzte 850 000 Euro. Über diesen Betrag gab es lediglich eine mündliche Vereinbarung zwischen Schorn und dem langjährigen Sponsor. Als im Konzern der Ansprechpartner ausgetauscht wurde, wollte der Nachfolger von den Zusicherungen nichts mehr wissen. "Die haben offenbar ihr Gedächtnis verloren", klagt Schorn. Nach einer Krisensitzung wagte Ulrich Gaißmayer, der Vorsitzende des Gesamtvereins, die Prognose, dass ohne ein Weihnachtswunder "Anfang Januar die Insolvenz beantragt werden muss".

Dabei war TuSEM auf einem guten Weg, an die sportlichen Erfolge der 80er und frühen 90er Jahre anzuknüpfen, als die Essener drei deutsche Meistertitel, drei Pokalsiege und zwei Europacup-Gewinne erringen konnten. Nach zahlreichen Jahren des Mittelmaßes hatte es Essen geschafft, um den Weltklassespieler Oleg Velyky ein Team zu formen, das in absehbarer Zeit um die Bundesligspitze mitspielen sollte. Und das ohne weitere hochkarätige Spielerverpflichtungen, wie sie anderswo die Regel sind.

Doch die scheinbar solide Finanzpolitik führte dazu, dass der Ruhm mehr und mehr verblasste, deshalb der Anreiz für Sponsoren sank und die Zuschauerzahlen sanken. Den Vertragspartnern soll zunächst ohne Androhung einer Klage die Möglichkeit eingeräumt werden, den Verpflichtungen nachzukommen. "Noch machen wir die Bude nicht zu", sagt Manager Schorn.

Quelle: Handelsblatt

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