Deutsche schneiden international schlecht ab
Warum es kaum Frauen im Management gibt

Dass Frauen Männern um nichts nachstehen, bedarf heute keiner weiteren Ausführungen mehr - und falls doch: Inzwischen sind über 54 Prozent der Schüler jedes Abiturjahrgangs weiblich, 1995 schrieben sich erstmals mehr weibliche als männliche Studenten ein. Frauen stellen mit rund 52 Prozent die leistungsfähige Mehrheit der Menschen - und gelten immer noch das schwache Geschlecht. Warum?

Die übliche Antwort auf diesen bemerkenswerten Teil der deutschen Gegenwart ist eine Verschwörungstheorie: Schuld am miesen Schicksal der Frauen sind die Männer. Genauer, das Netz der alten Jungs in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft, das dafür sorgt, dass Frauen in der Schlacht um die Karrierejobs den kürzeren ziehen, von Scheidungsrichtern benachteiligt und in der Politik nur per Quotenregelung gehört werden. Ich finde: Frauen sind nicht schwach, Frauen sind nur dämlich, faul und unaufrichtig. Die akademisch vorgebildete Weiberschaft in diesem Land könnte längst die Hälfte der Chefsessel in den Ämtern, Universitäten und Unternehmen unter dem Hintern haben, wenn sie endlich handelte, statt dem Spielfeld beleidigt den Rücken zu kehren und mit einem "Die lassen uns nicht" von dannen zu ziehen.

Dämlich sind Frauen, weil sich nicht einfach die Hälfte des Himmels nehmen. Was wohlmeinende Studien zum weiblichen Führungsverhalten als Stärke attestieren, grenzt in vielen Fällen eher an eine Déformation sexuelle. Sanft, einfühlsam und teamorientiert lassen sich Frauen immer noch mit den Krümeln von den Tellern der Macht abspeisen. Es reicht in vielen Fällen, einer Frau vorzuhalten, sie sei egoistisch und machtgeil, um sie zu stoppen. Wenn Frauen über ihre Interessen wachen, gelten sie als intrigant und herrschsüchtig, wenn Männer dasselbe tun, sind sie durchsetzungs- und führungsstark. Was für Männer ein Kompliment ist, beleidigt Frauen. Noch immer stilisieren sich Frauen zur behinderten Minderheit, die besonderen Schutzes bedarf und verbringen ganze Seminartage mit ideologischem Geplänkel über die Abschaffung des Patriachats, anstatt sich - weniger visionär, aber umso wirkungsvoller - endlich pragmatisch einen möglichst großen Batzen vom Kuchen der Macht zu sichern.



"Das dämliche Geschlecht" ist im Wiley Verlag erschienen und kostet 24,90 Euro.



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