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Deutsche Simser zahlen mehr

Wenn sie das gewusst hätte, wäre ihr Protest bestimmt noch lautstärker ausgefallen. So hat Verbraucherschutzministerin Renate Künast Anfang des Jahres nur gegen die geplante Erhöhung der Preise für Kurznachrichten per Handy (SMS) bei T-Mobile gepoltert und dem Konzern Marktmissbrauch vorgeworfen. Über die bestehenden Preisen meckerte sie nicht.

HB DÜSSELDORF. Das tut jetzt aber das Mobilfunk-Portal Xonio. Die deutschen Mobilfunkkunden würden mit am kräftigsten abkassiert, zu diesem Schluss kommt Xonio bei einem Vergleich der SMS-Tarife. Bis zu 0,19 Euro müssten die Deutschen für das Versenden von 160 Zeichen zahlen. Nur in Österreich (0,25 Euro) und in den Niederlanden (0,27 Euro) sind SMS teurer. Die Franzosen und Spanier simsen dagegen schon für 0,15 Euro und die Polen für 0,06 Euro. In Singapur geht es gar für die Hälfte.

Die SMS-Gebühren sind eine wichtige Einnahmequelle für die Mobilfunkbetreiber. Mit den Kurzbotschaften machen sie zehn bis zwölf Prozent ihres Umsatzes. Dass die Marge bei SMS hoch liegt, ist ein offenes Geheimnis in der Branche. Der Popularität der SMS tut das keinen Abbruch. Es verhindert zurzeit aber auch, dass andere mobile Internet-Dienste billiger werden. Die Unternehmen müssen ja verhindern, dass sich ihre Angebote gegenseitig kannibalisieren. Andererseits wollen sie aber auch andere, anspruchsvollere Datendienste via Handy etablieren - mit prohibitiv hohen Preisen wird das nicht gehen. Es gibt also die Hoffnung, dass auch der Preis für eine simple SMS mal sinkt.

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