Deutsche Soldaten beteiligen sich nicht an Gefechten
Albaner beschießen Gemeinschaftskaserne in Tetovo

Albanische UCK-Rebellen haben am Freitag eine Kaserne am Rande von Tetovo beschossen, die von deutschen KFOR-Truppen und mazedonischen Sicherheitskräften benutzt wird. Die Mazedonier hätten daraufhin das Feuer erwidert, teilte ein Sprecher des deutschen KFOR-Kontingents aus Tetovo mit.

afp TETOVO/BERLIN. Deutsche Soldaten waren demnach nicht an den Kampfhandlungen beteiligt. Auch sei kein Bundeswehrsoldat bei den Kämpfen verletzt wortden. Zuvor war es zu heftigen Gefechten zwischen UCK-Rebellen und mazedonischen Soldaten gekommen, in deren Verlauf vier Granaten in der Innenstadt einschlugen. 2000 Menschen flüchteten aus der Stadt. Die Rebellen drohten derweil mit einer Ausweitung ihrer Kampfhandlungen auf ganz Mazedonien. Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) wollte nach Ende seiner Gespräche in Skopje am frühen Abend in das nur 20 Kilometer entfernte Tetovo besuchen.

Weder deutsche Soldaten noch deutsche Fahrzeuge wurden nach Auskunft des KFOR-Sprechers beschossen. Die deutschen Truppen seien aufgrund der Gefechte in andere Gebäudeteile verlegt worden. Es sei ein deutscher Soldat, der sich in der Nähe eines Fensters aufhielt, während des Beschusses durch Glassplitter leicht verletzt worden, ergänzte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) setzte unmittelbar nach den Gefechten Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Fischer telefonisch in Kenntnis, wie eine Regierungssprecherin mitteilte. Die Rebellen hätten offenbar mit Handfeuerwaffen geschossen. Laut Verteidigungsministerium werden aus Prizren zwei Leopard-Panzer nach Tetovo verlegt. Zudem wurden erhöhte Sicherheitsmaßnahmenangeordnet. Alle deutschen Soldaten müssen ihre Waffen ständig bei sich tragen und erhielten Ausgangsverbot.

Fischer verurteilt Angriffe albanischer Rebellen

Die Kämpfe um die westmazedonische Stadt Tetovo seien «nur eine Warnung an die Regierung» in Skopje, sagte ein Sprecher der UCK. Die Rebellen könnten «alles in Brand stecken», drohte er. Die Kämpfe würden "allen Fronten"so lange weitergehen, bis die Regierung die albanischen Interessen verstanden habe. Die mazedonischen Einheiten versuchten nach Angaben eines AFP-Reporters, die UCK-Kämpfer aus ihren Stellungen auf einem Hügel oberhalb der 200 000-Einwohnerstadt zu vertreiben. Sondereinheiten der Polizei schossen mit Mörsergranaten, die Rebellen feuerten aus Schnellfeuergewehren zurück. Nach Angaben eines örtlichen Journalisten traf eine Rakete der Rebellen eine Hochspannungsleitung inmitten des Kampfgebiets. Dadurch waren sechs Dörfer bei Tetovo ohne Strom. Das städtische Krankenhaus gab die Zahl der Verletzten seit dem Beginn der Kämpfe am Mittwoch mit 20 an - 15 Polizisten und fünf Zivilisten. Ein albanischstämmiger Einwohner wurde von Heckenschützen getötet.

Vor seinem Besuch bei mazedonischen Regierungsvertretern hatte Fischer im kroatischen Zagreb nach einem Treffen mit Außenamtschef Tonino Picula die Angriffe albanischer Rebellen verurteilt. Es komme jetzt darauf an, zu signalisieren, dass die Gewalt keinerlei Chancen habe, sagte Fischer. Nach Angaben von EU-Vertretern soll der außenpolitische Repräsentant der EU, Javier Solana, am Montag zu Gesprächen nach Mazedonien reisen. Er solle unmittelbar nach dem Treffen der EU-Außenminister am selben Tag in Brüssel abreisen, hieß es. Am Rande des Rates ist bereits ein Treffen mit dem mazedonischen Außenminister Sgrjan Kerim vorgesehen.

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