Deutsche Soldaten weitgehend abgezogen
Tausende in Mazedonien auf der Flucht

Einen Tag nach dem Aufmarsch mazedonischer Panzertruppen in Tetovo herrschte am Dienstag gespannte Ruhe. Die mazedonischen Sicherheitskräfte standen einsatzbereit neben Kampf- und Schützenpanzern.

dpa TETOVO/GENF. Nach Informationen des UN - Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind mehrere tausend Menschen in Mazedonien auf der Flucht. Um den Zusammenstößen zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Sicherheitskräften zu entgehen, seien in den vergangenen sechs Tagen 2 300 albanischstämmige Mazedonier über die Grenze nach Albanien geflohen, sagte UNHCR-Sprecher Kris Janowski am Dienstag in Genf. 1 400 Albaner und Mazedonier seien auf den Weg nach Südserbien. Sie wollen nach eigenen Angaben nach Kroatien und Bosnien weiterreisen.

Das Rote Kreuz habe bislang 3 700 im Land Vertriebene registriert, die meisten davon in der Hauptstadt Skopje. Bislang seien die Menschen noch nicht auf Hilfe angewiesen, sie verließen sich weitgehend auf Freunde und Verwandte, sagte Janowski. Das Hilfswerk sei wegen der Lage in Mazedonien aber äußerst besorgt.

Deutsche Soldaten aus Tetovo abgezogen

Die deutschen Soldaten der in Tetovo stationierten Friedenstruppe hatten die mit mazedonischen Soldaten gemeinsam genutzte Kaserne in der Nacht weitgehend verlassen. Mazedonische Kräfte hätten unangekündigt Panzerfahrzeuge auf das Gelände gefahren, bestätigte Hauptmann Arne Pollei in Tetovo.

"Etwa 100 Meter entfernt sind Kampfpanzer in Stellung gegangen", sagte Pollei. "Wir betrachten es als eine Verschärfung der Situation." In der Nacht blieben nur ein kleiner Führungsstab und Sicherheitskräfte mit Leopard- und Marder-Panzern in Tetovo zurück. Sie sollen den deutschen Kasernenteil auch während ausgeweiteter Gefechte verteidigen.

Unterdessen haben auch die UCK-Rebellen ihre Stellungen ausgeweitet. Journalisten berichteten am Dienstag aus den Bergdörfern am Rande von Tetovo, dort gebe es ausgebaute Positionen und viele Bewaffnete. Die Rebellen halten die Bergburg Kale bei Tetovo besetzt.

Albaner in Tetovo berichteten, in den vergangenen Tagen hätten die Rebellen unter der Dorfbevölkerung Männer rekrutiert. Dabei sei auch Zwang ausgeübt worden. Der Sprecher der Rebellen, Kommandeur "Sokoli", wollte am Dienstag telefonisch keine Erklärung zur Lage abgeben.

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