Deutsche Springer enttäuschen: "Air Hanni" hätte am liebsten ein Nachtflugverbot

Deutsche Springer enttäuschen
"Air Hanni" hätte am liebsten ein Nachtflugverbot

Als hätte er es geahnt. Gegen all die Vorschusslorbeeren und Heldenverehrungen hatte sich Sven Hannawald mit dem Hinweis gewehrt: "...und dann geht alles in die Hose."

PEDRAZZO. So geschah es. Der Überflieger landete nur auf Platz sieben. Tapfer sagte der deutsche Superstar und Medienliebling nach der bitteren Niederlage: "Ich heule jetzt nicht."

Andere jubelten. Der 25-jährige Pole Adam Malysz aus Wisla, in dieser Saison noch ohne Sieg, wurde Weltmeister im Skispringen von der Großschanze. Die beiden gewaltigen Sätze von 134 und 136 Meter des Vierschanzensiegers von 2001 bedeuteten zweimal Rekord für die Anlage in Pedrazzo. Der Finne Matti Hautamaeki flog zum Silber, der Japaner Noriaki Kasai zur Bronzemedaille.

Dem großen Favoriten Hannawald liegt das Springen in der Dunkelheit einfach nicht. "Air Hanni" hätte am liebsten ein Nachtflugverbot. Das diffuse Licht am Schanzentisch stört ihn beim Absprung, der ohnehin nicht seine große Stärke ist. In der Dunkelheit fehle ihm der Durchblick. "Nachts springen ist etwas anderes. Das bin ich nicht gewöhnt, weil man das nur zweimal im Jahr macht." Und da hatte Hannawald zu Saisonbeginn in Finnland zwei schwere Niederlagen erlitten. Außerdem: Das lange Warten den ganzen Tag über sei zermürbend. Die Umstellung auf einen anderen Tagesrhythmus bereitet ihm Probleme. "Normal ist: früh aufstehen, und dann geht's, zack, zack, zum Wettkampf. Aber wenn der Tag so lang ist, kommt man mehr auf dumme Gedanken."

Zudem habe Hannawald den gleichen Fehler wie am Vortag in der Qualifikation gemacht, sagte Cheftrainer Reinhard Heß. "Er ist zu aggressiv gesprungen." Nur 125 Meter. Hannawald war selbstkritisch und lieferte die Ursache gleich mit: Fehlende Sicherheit. "Wenn ich dann etwas über Biegen und Brechen erreichen will, fehlt die Lockerheit, die ich von mir gewohnt bin." Der sensible Skiflieger schaffte nicht den hohen Flugbogen für eine große Weite.

Tröstlich an diesem tristen Abend in Italien war der neunte Platz von Michael Uhrmann (Ruhpolding). Von Titelverteidiger Martin Schmitt (21.) war nach seiner Knieoperation nicht mehr zu erwarten.

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