Deutsche Standardwerte bei ordentlichen Umsätzen sehr fest
Daimler-Chrysler und Tech-Titel treiben Dax

Käufe bei Technologie- und Autowerten bestimmten am Dienstag das Bild am deutschen Aktienmarkt. Insbesondere Fondsgelder sorgten Marktteilnehmern zufolge für steigende Kurse und stabilisierten den Dax. Weniger gefragt waren defensive Werte wie die Versorger, Metro oder Henkel.

HB FRANKFURT/M. Was heute ist, interessiert an der Börse nur bedingt. Viel wichtiger für das Anlageverhalten sind die Erwartungen - und die deuten in der Mehrzahl auf positive Ereignisse hin, wie sich aus den Kursgewinnen des Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag folgern lässt.

Ungeachtet des Herbstgutachtens der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,7 % deutlich nach unten korrigiert haben, legten die Kurse bereits im frühen Handel deutlich zu. Der Dax baute seine Gewinne bei als ordentlich beschriebenen Umsätzen auf 4704,40 Punkte aus. Das entspricht einem Plus von 1,8 %. Händler begründeten die gute Stimmung mit den Vortagsgewinnen an Wall Street, die sich auch am Dienstag fortzusetzen schienen. Die Börsianer zeigten sich optimistisch, dass sich die US-Wirtschaft nach den neun Zinssenkungen allein in diesem Jahr und dem vom Kongress geplanten Konjunkturprogramm über 100 Mrd. Dollar im ersten Quartal des kommenden Jahres spürbar erholen wird. Das dürfte dann auch den deutschen Werten zu Gute kommen.

"Charttechnisch sieht der Markt sehr schön aus", erklärte Alfred Kaiser vom Maklerhaus Fritz Nols. Die derzeitige Mischung aus immer noch ängstlichen Anlegern und der guten technischen Verfassung bereite dem Börsenbarometer den Weg nach oben. "Die Optimisten haben noch nicht überhand genommen, es sind also noch nicht alle investiert. Das garantiert bei weiter steigenden Kursen zusätzliche Käufe, weil jeder beim Anstieg dabei sein möchte", erklärte er. Dazu passte auch die Beobachtung von Aktienhändlern, dass institutionelle Anleger wie Publikumsfonds immer beherzter zugreifen. "Das Kapital kehrt zu den Aktien zurück", bemerkte ein Marktbeobachter. Bei guten Kursentwicklungen steige zudem die Wahrscheinlichkeit, dass frische Kundengelder nachkämen.

Die Erwartung einer Zinssenkung in Euroland am Donnerstag dürfte den Markt in den kommenden Tagen zusätzlich stützen. "Fundamental sehe ich aber keinen Grund, dass der Dax nennenswert über 5000 Punkte steigt", bemerkte Kaiser einschränkend.

Zu den größten Gewinnern gehörten Tech- und Autoaktien, und hier vor allem Infineon und Daimler-Chrysler . Zu Infineon hieß es, das Schlimmste am Halbleitermarkt könnte überstanden sein. Sollte sich der südkoreanische Chiphersteller Hynix Semiconductor tatsächlich vom Markt zurückziehen, dürften Infineon und auch Siemens von steigenden Preisen für Speicherelemente profitieren. Negative Analystenkommentare fanden dagegen am Dienstag kein Gehör. Daimler-Chrysler legten nach überraschend guten Quartalszahlen deutlich zu. Auch der Ausblick des Unternehmens stimme zuversichtlich, sagten Händler. Lufthansa stiegen gemeinsam mit anderen europäischen Luftfahrtaktien.

Die Präferenz der Anleger für riskantere Werte ging zu Lasten der als relativ sicher aber eher langweilig geltenden defensiven Aktien wie Metro , Thyssen-Krupp , Henkel oder den Versorgern.

In der zweiten Reihe erholten sich Heidelberger Druck von ihren herben Vortagsverlusten. Der M-Dax stieg auf 4 189 Punkte (+1,2 %). Auch an den Regionalbörsen war die Tendenz überwiegend freundlich.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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