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Deutsche Standardwerte gehen etwas leichter aus dem Handel

Der Dax reduzierte sich um 0,3 % auf 5 999,19 Zähler.

vwd FRANKFURT. Etwas leichter haben die Notierungen am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag den Handel beendet. Der Dax reduzierte sich um 0,3 % bzw 16,53 Punkte auf 5 999,19 Zähler. Nach dem deutlich besser als erwartet ausgefallenen US-Index der Einkaufsmanager im Nicht-Verarbeitenden Gewerbe (NAPM) hatten Marktteilnehmer mit steigenden Kursen gerechnet. Händlern zufolge waren aber nach dem Feiertag in den USA nicht genug Teilnehmer im Markt. Der NAPM hatte im Juni einen Wert von 52,1 erreicht, nachdem Analysten lediglich 46,9 erwartet hatten. Dies zeige, dass sich die Konsumneigung in den USA "deutlicher regeneriert als erwartet", sagten Händler. Der Konjunkturboden sollte daher erreicht sein, hieß es.

Ein Zeichen für eine "völlig übertriebene Nervosität an den Märkten" sei die als Umsatzwarnung missinterpretierte Pressekonferenz von Havas Advertisement gewesen. Nach dem "Marconi-Schock" habe der Markt voreilig reagiert, so ein Teilnehmer. Medien- und Technologiewerte führten die Verliererliste an. "Nur eine Zinssenkung durch die EZB hätte helfen können", kommentierten Händler. Nach den Gewinnwarnungen von ASML und Marconi wurden die Werte aus dem Technologiebereich "geschüttelt".

Epcos führten mit eienm Minus von 7,7 % die Liste der Verlierer an und endeten bei 57,51 Euro. Der Markt warte bei Epcos auf eine ausstehende Gewinnwarnung, hieß es. Ähnlich erging es SAP. Auch bei den Walldorfern "glaubt niemand mehr, dass sie das Quartal ohne Warnung überstehen". SAP verloren knapp drei Prozent auf 150,41 Euro. Infineon gaben um 2,6 % auf 26,80 Euro ab, Siemens traf es noch härter mit minus 4,8 % auf 67,94 Euro. Der Großauftrag durch die rumänische Eisenbahn und die asiatischen Investitionspläne wurden vom Markt ignoriert und durch Marconi überschattet.

Banken litten unter den Nachwehen der Regierungspläne zur Steuerreform. Deutsche Bank gaben 1,7 % auf 83,74 Euro ab, Hypo-Vereinsbank 1,8 % auf 55,88 Euro. Commerzbank zeigten sich mit minus 1,9 % auf 28,35 Euro stabilisiert, nachdem der Titel zeitweise mit über 5 % ins Minus gestürzt war. Die Aussagen zum schlechten Wertpapier-Geschäft sowie das bekundete Interesse an Teilen der Bankgesellschaft Berlin ließen den Titel binnen Minuten einbrechen. Händler sagten, man habe "vorsorglich verkauft", bis genauere Spezifikationen des Interesses vorlägen.

Lufthansa zeigten sich mit 0,2 % bei 18,73 Euro im Minus. ABN Amro hatte die Gewinnaussichten für 2001 um über 30 % nach unten revidiert. Zudem spekuliere man seit Tagen am Markt über die Möglichkeit, dass Lufthansa die angeschlagene Sabena von Swiss Air kaufen wolle, sagten Händler. Ein guter Preis könne dem Kurs von Lufthansa helfen, bei voller Übernahme der Schulden jedoch kauften sie sich Probleme ins Haus, so das Fazit. Tagesgewinner waren Aktien der "Old Economy". Henkel stiegen um 3,4 % auf 73,50 Euro. Die Papiere profitierten nach wie vor von dem Cognis-Verkauf.

Versorger konnten als sicherer Hafen und mit eigenen, guten Nachrichten aufwarten. Morgan Stanley stufte RWE auf "Outperformer" mit Kursziel 55 Euro hoch. RWE "verdiene endlich wieder Geld im Stromgeschäft", hieß es zur Begründung. RWE stiegen um 0,4 % auf 47,10 Euro, Eon verbesserten sich um 2,1 % auf 62,25 Euro.

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