Deutsche Standardwerte geraten am Nachmittag wieder unter Druck
SAP-Aktionäre hoffen auf gute Oracle-Zahlen

"Auch wenn der Index schon stark heruntergeprügelt wurde und sich zumindest technisch für ein bis zwei Tage erholen könnte, könnten wir doch in einen Abwärtssog hineinsteuern", kommentierte Alfred Kaiser vom Research bei Fritz Nols das Geschehen. Achim Matzke von der Commerzbank sieht zwar eine Eintrübung am Gesamtmarkt, bei vielen Einzeltiteln jedoch nicht. Das relativiere die Gefährlichkeit der Abwärtsbewegung, sagte er.

FRANKFURT/M. Zum Schluss notierte der Dax bei 5 869,04 Punkten (- 0,78 %). Die Umsätze wurden insgesamt als moderat beschrieben. Bei den Werten im Minus waren sie laut Kaiser "annehmbar", bei Aktien mit einem Plus "eher gering". Positive Impulse sind derzeit nicht in Sicht, im Gegenteil: Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel hatte seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Europa und Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Die Nachricht, dass der Anstieg der Verbraucherpreise in der Eurozone sich etwas stärker beschleunigt hat als erwartet, passte Händlern zufolge genauso zur verhaltenen Stimmung wie der auf unbestimmte Zeit verschobene Börsengang der Degussa-Tochter Zentaris. Zudem rechneten die Marktteilnehmer nach den Gewinnwarnungen von JDS Uniphase und Nortel mit weiteren Hiobsbotschaften, hieß es. Dennoch klammerten sich die Anleger an jeden Strohhalm, der Hoffnung versprach. SAP -Stammaktien, die von diesem Montag an die Vorzugsaktien im Dax ersetzen, wurden beispielsweise im Vorfeld der Quartalszahlen des US-Softwareunternehmens Oracle gekauft und wurden dadurch zum Tagesgewinner.

Zwar berichtete der zweitgrößte Softwarehersteller der Welt erst nach US-Börsenschluss. Da Oracle aber vorab keine Gewinnwarnung ausgegeben habe, könne das Unternehmen für den Markt positive Überraschungen bereithalten, glaubte ein Aktienhändler. Zumindest die bisherigen Erwartungen dürften erreicht werden, fügte ein weiterer Beobachter hinzu.

Ebenfalls klar im Plus notierten die Aktien der Commerzbank , was Händler mit Übernahmephantasien begründeten. Die T-Aktie konnte nicht von ihrer höheren Gewichtung im Dax profitieren. Einige Fondsmanager seien durch diesen Schritt zu Nachkäufen gezwungen worden, hieß es im Handel. Allerdings war dieser Effekt nur kurzfristig, wie sich am Abend zeigte .

Die Verliererliste wurde von Siemens angeführt. Die Analysten von Goldman Sachs hatten die Gewinnschätzung für die Aktien wegen der Gewinnwarnungen der Wettbewerber Nortel und Nokia reduziert. Auch Daimler-Chrysler und Thyssen-Krupp gaben nach.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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