Deutsche Standardwerte schwach - Epcos und T-Aktie unter Druck
Dax baut nach US-Eröffnung Verluste aus

Die deutschen Standardwerte haben nach Eröffnung der US-Börsen am Donnerstag ihre Verluste ausgebaut.

Reuters FRANKFURT. Die Anleger trennten sich vor allem von den jüngst deutlich gestiegenen Technologiewerten, sagten Händler. Die Papiere der Deutschen Telekom setzten ihren Abschwung der vergangenen Tage fort. Nach der Kursrally vom Mittwoch mit einem Plus von rund zwölf Prozent gehörte SAP am Donnerstag ebenfalls zu den Verlierern im Deutschen Aktienindex (Dax). Angebliche Aussagen von Finanzvorstand Gentz, der Konzern könne 2002 seine Planziele verfehlen, belasteten Brokern zufolge derweil die Titel von Daimler-Chrysler . Epcos setzten sich am Nachmittag an die Spitze der Dax-Verlierer.

Der Dax verlor bis zum Nachmittag 1,77 % auf 5194 Zähler, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 3,07 % auf 1241 Punkte sank. Der Nebenwerte-Index MDax lag praktisch unverändert bei 4367 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,1 % auf 3569 Zähler nach. An der Wall Street tendierte der Dow Jones 0,27 % niedriger bei 10 066 Punkten und der technologielastige Nasdaq-Index 0,15 % tiefer bei 2042 Stellen.

Nachdem der Dax in den vergangenen Tagen um rund zwei Prozent gestiegen war, kehre nun Ernüchterung bei den Anlegern ein, sagte ein Händler. Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung in den USA seien in den Kursen bereits vorweggenommen worden, hieß es am Markt. Mit größeren Verlusten müsse aber nicht gerechnet werden. Es gebe immer noch Liquidität am Markt, die den Dax nach oben ziehen könne. Ein Börsianer ergänzte, er rechne damit, dass die Anleger bei einem Dax-Stand von 5000 bis 5100 Punkten wieder verstärkt in den Markt einstiegen.

Die T-Aktie litt Händlern zufolge einerseits unter dem Rückzug vieler Anleger aus der Telekom - und Technologiebranche. Andererseits werde das Papier erneut von Verkäufen im Zusammenhang mit der im Dezember abgelaufenen zweiten Haltefrist für ehemalige VoiceStream-Aktionäre und von Spekulationen über die Höhe der Verluste beim Bonner Konzern belastet. Das Magazin "Capital" hatte am Mittwoch vorab berichtet, der Konzern werde 2002 einen Fehlbetrag von rund sieben Mrd. Euro verbuchen und in den Jahren 2003 und 2004 Verluste von fünf beziehungsweise drei Mrd. Euro ausweisen. Die T-Aktie sank um 3,96 % auf 18,42 Euro.

Die Aktien von SAP verbilligten sich um 3,11 % auf 162,29 Euro. Mit Blick auf den Kurssprung vom Mittwoch im Anschluss an die Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen sagte der Aktienhändler Oliver Hauer von M.M. Warburg, es sei übertrieben, wenn die Aktien nach dem Erreichen einer zuvor nach unten korrigierten Ergebnisprognose einen solchen Anstieg vollzögen.

Das Minus von 3,32 % auf 47,19 Euro der Daimler-Chrysler -Titel führten Händler auf ein Interview von Finanzvorstand Manfred Gentz zurück. Gentz habe angeblich gesagt, dass das Unternehmen seine Planziele 2002 verfehlen könne. Der Automobilkonzern hat dies inzwischen zurückgewiesen. "Die haben schon öfters dementiert", sagte ein Händler. "Ich glaube, da kommt noch was."

Größter Verlierer im Dax waren die Titel von Epcos , die sich um 5,68 % auf 50,65 Euro verbilligten. Ein Börsianer verwies auf die am Nachmittag veröffentlichten Geschäftszahlen des US-Konkurrenten AVX. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 (zum 31. März) einen Netto-Verlust von 0,04 $ je Aktie ausgewiesen. Analysten hatten mit einem Minus von 0,02 $ je Aktie gerechnet. Weitere Belastungsfaktoren seien die jüngsten Verkaufsempfehlungen, ergänzte ein anderer Marktteilnehmer.

Am Nachmittag setzten sich die Aktien von Metro mit einem Plus von 2,9 % auf 41,57 Euro an die Spitze der wenigen Dax-Gewinner. Zuvor hatte der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart bekannt gegeben, der Umsatz sei im Dezember mit einem Plus von 8,2 % im Jahresvergleich stärker gestiegen als erwartet. Am Mittwoch hatte die Metro-Aktie nach der überraschenden Bekanntgabe des Ausscheidens von Finanzvorstand Stefan Kirsten knapp drei Prozent verloren.

Im MDax legten Hugo Boss überdurchschnittlich um 9,02 % auf 26,60 Euro zu. Börsianern zufolge gebe es Kauforders zweier großer Adressen. Gründe für diese Entwicklung seien aber nicht erkennbar.

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