Deutsche Standardwerte tendieren etwas leichter
T-Aktie und Deutsche Bank belasten Dax

Eine schlechte nationale Nachricht reicht, um die deutschen Aktienkurse trotz positiver Vorgaben aus den USA wieder auf den Weg gen Süden zu schicken. Gestern bestimmten vor allem die Aktien der Deutschen Bank das Handelsgeschehen. Das Finanzinstitut hatte bereits vor Börsenbeginn mitgeteilt, im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum verdient zu haben. Marktteilnehmer bewerteten es vor allem als bedenklich, dass das Handelsergebnis zurückgegangen und gleichzeitig die Risikovorsorge angestiegen ist.

FRANKFURT/M. Analysten zeigten sich über die weitere Kostenentwicklung besorgt. "Wir hatten zwar mit den Kosten gerechnet, dabei aber höhere Erträge erwartet", sagte Analyst Georg Kanders von der WestLB. Entsprechend wurde die Deutsche Bank-Aktie abgestraft, ihren Platz als Tagesverlierer tauschte sie allerdings am Nachmittag mit der Deutschen Telekom. Hier wirkten Händlern zufolge die bereits am Dienstag vorgelegten Zahlen nach. Vor allem die gestiegene Verschuldung und die Verschiebung des Börsengangs von T-Mobile belasteten den Wert, hieß es.

Dass auch der Deutsche Aktienindex (Dax) bei Verlusten zweier Schwergewichte wie der Deutschen Bank und der Telekom litt, war nicht weiter verwunderlich. Das Börsenbarometer war bereits mit Abschlägen in den Tag gestartet und notierte zum Schluss bei 5840 Punkten (-0,3 %).

"Nach drei Tagen Kursanstieg konsolidiert der Markt wieder", erklärte ein Commerzbank-Händler. Insgesamt bewertet er die Stimmung allerdings als so negativ, dass der Dax in den nächsten Tagen durchaus wieder etwas zulegen könnte. "Viele Anleger sind short und entweder gar nicht oder unterinvestiert. Wenn bereits kleinere Käufe den Markt nach oben bewegen, könnte dieser eine Eigendynamik entwickeln", erklärte er.

Die Umsätze wurden zwar als relativ niedrig, aber normal für die Jahreszeit beschrieben. Ebenfalls zu den Kursverlierern gehörten MAN. Es gab Spekulationen im Markt, die Aktien könnten aus dem Dax herausgenommen werden und dadurch an Bedeutung verlieren. Die Deutsche Börse wird heute nach Handelsschluss aktuelle Zahlen über die Marktkapitalisierung und den Börsenumsatz der notierten Unternehmen veröffentlichen. Auf deren Basis können dann Änderungen an den Kursbarometern vorgenommen werden, die dann am kommenden Dienstag noch beschlossen werden. Im Vorfeld seien mögliche Index-Änderungen aber reine Spekulation, äußerte sich ein Index-Analyst.

Auf der Gewinnerseite standen die Anteilsscheine der Siemens-Familie, allen voran Epcos. Die Analysten der Investmentbank Merrill Lynch hatten den gesamten Halbleitersektor heraufgestuft mit der Begründung, die Branche dürfte die schlimmsten Zeiten hinter sich haben. "Die Techs werden wieder gespielt", sagte ein Händler.

Die Aktien der Commerzbank legten zu, nachdem Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer auf der Halbjahrespressekonferenz seines Instituts gesagt hatte, eine Übernahme der Commerzbank sei nicht ausgeschlossen. Sie stehe aber auch nicht unmittelbar bevor.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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