Deutsche Standardwerte tendieren fest
Telekom stärkt Dax den Rücken

"Alles in allem das übliche Gedaddel" - kommentierte ein Parketthändler die gestrigen Kursbewegungen am deutschen Aktienmarkt. Es gebe keine großen Ausreißer unter den Dax-Werten. Wenn doch einmal ein Papier größere Ausschläge aufweise, liege das lediglich an einer größeren Order, fügte er hinzu.

FRANKFURT/M. Insgesamt zeigte sich das Börsenbarometer gestern fester, der Deutsche Aktienindex (Dax) stand zum Schluss mit 6 124,57 Punkten im Plus (+1,21 %). Am Morgen hatten Quartalsergebnisse der Telekom und von Infineon , die als gut bewertet wurden, für Kursgewinne gesorgt. Später ließen jedoch Quartalsverluste der US-Unternehmen Lucent Technologies und JDS Uniphase , die größer ausfielen als erwartet, die Kursgewinne der deutschen Technologietitel wieder zusammenschrumpfen. Weniger schwankungsanfällige Werte übernahmen die Führung.

"Die offenbar noch vorhandene Liquidität, die angelegt werden will, führt den Markt nach oben", beschrieb Alfred Kaiser vom Research bei Fritz Nols das Geschehen. Auf der anderen Seite seien aber viele kurzfristige Spieler im Markt, die nach der heftigen Bewegung des Börsenbarometers von 5 400 auf 6 100 Punkte zunächst auf eine Korrektur setzen, fügte er hinzu. Deshalb tue sich der Dax schwer, seine Gewinne länger zu halten: Das habe die Infineon-Aktie demonstriert. Nach Vorlage der Zahlen, die besser waren als von Analysten erwartet, sei das Papier zunächst gestiegen. Nachdem kurzfristig orientierte Anleger daraufhin ihre Gewinne realisiert hatten, drehten Infineon zwischenzeitlich ins Minus. Ein anderer Marktteilnehmer führte die Tagesabschläge bei Infineon auf US-Verkäufer zurück, nachdem der Halbleitersektor auch an den US-Börsen unter Druck geraten war. Den Kursanstieg bei SAP um rund 5 % führten Händler darauf zurück, dass US-Adressen, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, Aktien nachkaufen mussten.

Die Umsätze seien - abgesehen von der Deutschen Telekom und Infineon - eher mäßig gewesen, berichteten Händler. Entsprechend schwierig sei es auch, die Gewinne bei Allianz oder MAN zu erklären, denn neue Nachrichten gebe es derzeit nicht. Auffällig sei die Annäherung der Kurse von Bayer und BASF , denn normalerweise werde Bayer etwas höher bewertet als BASF, hieß es. Der Verkauf der Degussa-Tochter dmc an das US OM Group-Chemieunternehmen für 1,2 Mrd. Euro wurde positiv gesehen. Degussa gehörten zu den Kursgewinnern. Epcos litten dagegen unter einer Herabstufung durch Dresdner Kleinwort Wasserstein. Die Analysten halten eine Erholung der Bauelementebranche für unwahrscheinlich.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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