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Deutsche Teams siegen bei der Fußball-WM der RoboterDPA-Datum: 2004-07-04 15:56:53

Lissabon (dpa) - Mit der Europameisterschaft war es nichts, dafür ist Deutschland in Portugal aber Weltmeister geworden - im Roboter- Fußball.

Lissabon (dpa) - Mit der Europameisterschaft war es nichts, dafür ist Deutschland in Portugal aber Weltmeister geworden - im Roboter- Fußball.

Gleich in drei Kategorien siegten deutsche Teams beim achten internationalen «RoboCup»-Turnier, das parallel zur EM in Portugal stattfand, wie die Veranstalter am Sonntag in Lissabon mitteilten. Das Team der Universitäten Bremen, Berlin, Darmstadt und Dortmund belegte Platz eins in der «Four-legged League», die «FU-FIGHTERS» der Freien Universität Berlin gewannen in der «Small-size League» und die Universität Freiburg siegte in der «Rescue Simulation League».

Zudem gibt es drei deutsche Vizeweltmeister: Bei der zweidimensionalen und dreidimensionalen Fußball-Simulation sind dies die Humboldt-Universität Berlin sowie die «Brainstormers» der Universität Osnabrück und bei den «Real Robots» wurde Kurt 3 D vom Fraunhofer Institut Zweitbester.

«Die deutschen Teams kehren als die erfolgreichste Nation des RoboCup2004 nach Hause zurück und geben dem wissenschaftlichen Nachwuchs den notwendigen Rückenwind für künftige Herausforderungen», freute sich Prof. Hans-Dieter Burkhard von der Berliner Humboldt Universität. - Prof. Raúl Rojas (FU Berlin), sagte: «Beide Berliner Universitäten haben mit den hier errungenen Weltmeistertiteln den Wissenschaftsstandort Berlin auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Robotik in eine führende Position gebracht.»

Der 1993 ins Leben gerufene «RoboCup» ist eine internationale Initiative, um Forschung im Bereich der Roboter und ihre Anwendung zu fördern. Die mit Kameras und Sensoren ausgestatteten Blechkicker sind nicht von außen ferngesteuert, sondern müssen allein mit ihrer künstlichen Intelligenz auskommen. Die Forscher betrachteten es bereits als einen Durchbruch, dass sie Maschinen überhaupt das Gehen auf zwei Beinen beigebracht haben. Nun können die Roboter auch Hindernisse umgehen, auf einem Bein balancieren, Flanken schlagen und Elfmeterschießen.

Die Wissenschaftler streben nach immer höheren Zielen: Im Jahr 2050 soll eine Mannschaft aus eigenständig agierenden, humanoiden Robotern ein Fußballmatch nach FIFA-Regeln gegen die dann amtierenden Weltmeister aus Fleisch und Blut bestreiten. Der «RoboCup» ist aber nicht nur ein aufwendiges Vergnügen. Er soll auch zur Entwicklung anderer Roboter beitragen, die den Menschen zum Beispiel bei Rettungseinsätzen oder in der Altenpflege dienlich sein können.

«Neben der schönsten Nebensache der Welt, dem Sport, können Roboter besonders im Einsatz bei Katastrophen wie Erdbeben eine große Hilfe sein», sagte Prof. Bernhard Nebel von der Universität Freiburg.

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