Deutsche Teenager stehen mit rund 2,5 Milliarden Euro in der Kreide
Jugendliche tendieren zu mehr Konsum

Die umfassendste der Umfragen, die nach fünf Jahren erneut das Umweltverhalten von 10- bis 17-jährigen Jugendlichen in den 15 EU-Ländern untersuchte, offenbarte ein stark gesunkenes Interesse an Umweltthemen.

HB/dpa HAMBURG. Dies treffe auch auf die Angst vor Umweltschäden zu, berichtete die Marktforscherin Julia Fauth in Bonn. Nur noch 20 % der Befragten statt 31 % im Jahr 1996 hätten sich dazu bekannt.

Sahen 1996 noch 36 % der befragten Jugendlichen die Umwelt als sehr wichtiges Thema, seien es nun nur noch 26 % gewesen. Die Verantwortung für die Umwelt schreibe die Jugend in zunehmendem Maße der Politik zu. Zugleich vermissten sie vorbildliches Umweltverhalten bei den Erwachsenen. Jeder zweite Befragte gab an, Erwachsene engagierten sich zu wenig für den Umweltschutz. "Da besteht aus Sicht der Kinder Handlungsbedarf", sagte Fauth. Sie hatte im Auftrag von Eurocard/Mastercard in Zusammenarbeit mit Universität Bonn die Studie erstellt.

Während das Umweltbewusstsein schwindet, zeigen sich die Jugendlichen in Deutschland wieder ausgabefreudiger und sparen weniger. Nach Angaben des Münchner Instituts für Jugendforschung ging ihr gesamtes Sparguthaben von 17 Mrd. Euro im Vorjahr auf jetzt 16,2 Mrd. Euro zurück. Gleichzeitig erhöhten sich die Einnahmen der 15- bis 24-Jährigen von 47,6 Mrd. Euro auf 51,3 Mrd. Euro. Das meiste Geld wird den Angaben zufolge mit durchschnittlich 52 Euro monatlich für motorisierte Zweiräder oder Autos ausgegeben, gefolgt von Essen (33 Euro) und Kleidung (32 Euro).

Die wichtigsten Einnahmequellen sind bei den Jüngeren das Taschengeld und Geldgeschenke, bei den älteren Jugendlichen regelmäßiges eigenes Einkommen. Schulden werden den Angaben zufolge vor allem von den Älteren gemacht. Unter den 13- bis 17-Jährigen waren zum Zeitpunkt der Befragung rund 9 % mit durchschnittlich 70 Euro verschuldet, bei den 18- bis 20-jährigen Jugendlichen waren es bereits 15 % mit über 1 800 Euro Schulden. Insgesamt stünden die deutschen Jugendlichen mit rund 2,5 Mrd. Euro in der Kreide, stellt die Studie fest. Die Ergebnisse hatte das Jugendinstitut in einer Befragung unter über 1200 Jugendlichen im Alter von 13 bis 24 Jahren ermittelt.

Sprunghaft gestiegen ist unter den Jugendlichen der Drang zu Handy und Internet, das durchaus süchtig machen könne, berichtete Prof. Karla Misek-Schneider von der Fachhochschule Köln. Nach jüngsten Forschungsergebnissen hätten heute zwei Drittel aller Haushalte mit Kindern in Deutschland einen Computer, knapp die Hälfte davon mit Internetzugang. Die Zahl habe sich in zwei Jahren verdoppelt. Noch deutlicher sei der Anstieg bei der Handynutzung. 82 % der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland hätten heute ein Mobiltelefon - 1999 waren es laut Misek-Schneider noch 14 %. "Das Handy stellt ein so genanntes Übergangsobjekt dar, ähnlich wie ein Teddybär, der Sicherheit und Geborgenheit des heimischen Nestes symbolisiert", sagte die Psychologin.

Dass Pasta und Pizza die ungeschlagenen Spitzenreiter unter Jugendlichen sind, wenn es ums Essen geht, ist das wenig überraschende Ergebnis einer vierten Studie, die deutsche und niederländische Volkskundler im "kleinen Grenzverkehr" nördlich von Aachen erstellten. Befragt wurden 800 Schüler. Bei der dritten Position taten sich jedoch nationale Abgründe auf: Bei den Niederländern landeten die heimischen Fritten auf Platz 3, bei den Deutschen griechisches Gyros, teilte Volkskundler Josef Mangold in Aachen mit.

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