Deutsche Telekom steigert Vorsteuerergebnis – Voicestream-Übernahme steht kurz vor dem Abschluss
Vorerst keine Erholung der T-Aktie in Sicht

Telekom-Chef Ron Sommer hat gute Nachrichten für die Aktionäre: Der Einstieg in den US-Markt steht kurz bevor, und die Quartalszahlen untermauern den positiven Ausblick für dieses Jahr. Den Aktionären steht dennoch eine Durststrecke bevor: Die Voicestream-Übernahme dürfte den Kurs der T-Aktie drücken.

HB DÜSSELDORF. Er hat schon zig Mal erklärt, warum die Konzern-Immobilien in der Bilanz abgewertet wurden, warum der US-Mobilfunker Voicestream kein Verlustbringer bleiben wird, und warum der Aktienkurs abgestürzt ist. Heute tut er es wieder. Ron Sommer, Chef der Deutschen Telekom, muss sich auf der Hauptversammlung den Aktionären stellen. Und die wollen ganz genau wissen, wie es um die Strategie des Konzerns bestellt ist.

Einen Teil der Analysten hat Sommer bereits überzeugt - mit den Zahlen für das erste Quartal, die er in der vergangenen Woche bekannt gab. "Der Quartalsbericht unterstreicht den positiven Jahresausblick", erklärt Christoph Vogt von M.M. Warburg, "wir sehen unsere Kaufempfehlung bestätigt."

Die Telekom hat sich in diesem Jahr vorgenommen, deutlich profitabler zu werden. Der Konzern will das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 12 Mrd. Euro im vergangenen Jahr um etwa 2 Mrd. Euro steigern. Der Umsatz soll um etwa 15 % zunehmen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist die Telekom diesem Ziel ein Stück näher gekommen: Das Ebitda ist, bereinigt um Sondereinflüsse, um 6,6 % auf 3,6 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Einschließlich der Sondereffekte verringerte sich das Ebitda allerdings um 36 %.

Ebitda legt knapp 70 % zu

Das größte Wachstum auf Ebitda-Basis brachte dem Mobilfunksparte T-Mobile dem Konzern ein: Das Ebitda legte um knapp 70 % zu. Der Mobilfunk belastet allerdings auch den Gewinn. Der Vorsteuerverlust hat sich unter anderen wegen der hohen Kosten für die Gewinnung neuer Kunden fast verdoppelt. Gewinn machte die Telekom nur mit ihrem traditionellen Festnetzgeschäft T-Com. Von Januar bis März erzielte sie dort ein Plus von 947 Mill. Euro.

Auch sein zweites großes Ziel, ein globales Unternehmen zu werden, wird Ron Sommer in den nächsten Tagen - allen Unkenrufen zum Trotz - wohl erreichen: Die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Voicestream steht kurz vor dem Abschluss. Neben knapp 6 Mrd. Euro in bar zahlt die Telekom den großen Rest des Kaufpreises von insgesamt knapp 30 Mrd. Euro mit 1,1 Milliarden neuen eigenen Aktien.

Deal wird billiger als angenommen

Die gute Nachricht für Telekom - Aktionäre: Der Deal wird auf Grund des gesunkenen Kurses der T-Aktie billiger als ursprünglich angenommen. Die Kehrseite: Die Anzahl der ausgegebenen Aktien steigt, die Position der bisherigen Anteilseigner wird dadurch verwässert. Zudem wird die T-Aktie nach Ansicht von Analysten unter Druck geraten, wenn sich Voicestream-Aktionäre nach dem Umtausch ihrer Anteile von ihren neuen T-Aktien trennen.

ABN Amro sieht die Telekom-Papiere in den nächsten Monaten daher bei etwa 30 Euro. Andere Banken, darunter auch UBS Warburg und Sal. Oppenheim, sehen die T-Aktie bei etwa 40 bis 44 Euro fair bewertet.

Voicestream wird nach Ansicht von Analysten auch die Ebitda-Marge der Mobilfunksparte, die voraussichtlich von heute 22 % auf mehr als 30 % steigen wird, schmälern. "Voicestream wird schnell neue Kunden und einen größeren Marktanteil gewinnen müssen", sagt Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, "und das wird kosten." Telekom-Chef Sommer kündigte bereits an, 2 Mrd. $ pro Jahr in das Voicestream-Netz und den Vertrieb zu investieren. Analysten gehen davon aus, dass noch höhere Investitionen nötig sein werden.

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