Deutsche Titel gehen im Sog der Wall Street mit deutlichen Verlusten ins Wochenende
T-Aktie bleibt unter Druck

Wenig Freude machen den Anlegern zurzeit Telekomwerte, während die Papiere der lange vernachlässigten Automobilbranche in der vergangenen Woche wieder Auftrieb erhielten. Schnäppchenjäger haben Konjunktur, denn eindeutige Einstiegssignale für den Aktienmarkt lassen weiter auf sich warten.

sju FRANKFURT/M. Die turbulenten Zeiten für Technologie- und Telekomwerte sind noch nicht vorbei. Das hat die vergangene Woche gezeigt. Der Hoffnung auf die Fortsetzung der im Januar eingeleiteten Erholung folgte die kalte Dusche. Auch zum Wochenschluss zählten die einstigen Börsenlieblinge zu den Sorgenkindern der Anleger.

Auslöser für die schlechte Stimmung - vor allem im Telekomsektor - war das mangelnde Interesse der Anleger am bevorstehenden Börsengang der France-Télécom-Tochter Orange. Die zweifache Überzeichnung wird als Desinteresse interpretiert und belastete auch die Titel der Telekomausrüster und Handy-Hersteller. Entlassungspläne des US-Chip und-Handyherstellers Motorola rundeten das Bild ab.

Weiter unter Abgabedruck stand daher die T-Aktie. Sie wurde im Vorfeld der geplanten Übernahme von Voicestream zusätzlich von der Mitteilung belastet, wonach Voicestream-Aktionäre pro Stammaktie 0,0075 neue Aktien erhalten, die ebenfalls zum Umtausch in T-Aktien berechtigen. Dadurch erhöht sich die Gesamtzahl der Voicestream-Aktien um insgesamt 0,75 %. Händler bezeichnete die Reaktionen des Marktes angesichts dieser Relationen als übertrieben. Doch die gesamte Unsicherheit setzen dem Papier weiter zu, obwohl die Deutsche Telekom Berichten widersprach, dass sich die Voicestream-Übernahme durch Nachverhandlungen verzögern könnte. Die T-Aktie büßte fast 5,9 % ihres Wertes ein und notiert mit 31,31 Euro nur noch hauchdünn über dem Stand zu Jahresanfang, der auch ein 52-Wochen-Tief markierte.

Zusätzlich belastet durch hohe Verluste bei der Siemens-Familie ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Abschlag von gut 2 % auf 6636,81 Punkte aus dem Handel. Siemens gaben fast 4,9 % nach, Epcos 4,4 % und Infineon 3 %. Selbst das Daimler-Chrysler-Papier, das sich seit Jahresbeginn eindrucksvoll zurückgemeldet hatte, musste wieder Federn lassen. Zu den Problemen bei Chrysler kam die Meldung, dass das Unternehmen wegen eines möglichen Defekts an den Bremsen 55 000 Fahrzeuge der Mercedes A-Klasse in die Werkstatt zurückrufen muss.

Eine gute Nachricht gab es zum Wochenschluss für die Aktionäre der Deutschen Post. Die Verlängerung des nationalen Briefmonopols über das Jahr 2002 hinaus sichert dem Unternehmen Einkünfte. Die "Aktie gelb" konnte sich daher dem Marktumfeld entziehen, stieg um 0,7 % und notiert nach einigen Verlusttagen wieder bei 23,58 Euro. In der kommenden Woche wird die Börse vermutlich zudem die Aufnahme der Post-Aktie in den Dax beschließen.

Auf den Börsenneuling Deutsche Börse fielen nach guten Start ein paar Schatten. Die Abrechnungs- und Clearingtochter wies zwar Berichte über einen weiteren Rückgang des Geschäftsvolumens zurück, das Papier der Mutter gab dennoch um 2,4 % nach.

Auch die Aussichten für die kommenden Woche stimmen nicht allzu optimistisch. An der Wall Street scheinen die Sorgen um die Entwicklung der Unternehmensgewinne und der Konjunktur positive Impulse zu überdecken. Sollte US-Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats deutliche Hinweise auf Zinssenkungen geben, könnte das die Stimmung aufhellen.

Kaum verändert präsentierten sich die Börsen in Bremen, Hamburg und Hannover zur Kasse. Schwächer tendierten München, gut behauptet hielt sich Stuttgart. Keine klare Tendenz wiesen Düsseldorf und Berlin aus.

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