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Deutsche und ein US-Bürger unter Entführten in Kolumbien

afp BOGOTA. Im Nordwesten Kolumbiens sind 21 Mitglieder einer Studiengruppe von Unbekannten entführt worden. Unter den Verschleppten befänden sich auch eine Deutsche und ein US-Bürger, hieß es in einem Schreiben der Universität Nacional in Bogotá am Donnerstagabend (Orstzeit) an die Presse. Demnach wurde die Gruppe bereits am Mittwoch in La Unión (Provinz Antioquia) auf einem Übungsgelände der Universität von einer bewaffneten Gruppe überfallen und entführt. Wer hinter der Entführung steckt, war zunächst unklar. Nach Angaben von Bewohnern La Unións könnten Rebellen des linksgerichteten Nationalen Befreiungsheeres (ELN) für die Entführung verantwortlich sein.

In Kolumbien sind Entführungen an der Tagesordnung: Laut der Polizei wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 1500 Menschen verschleppt. Die linksgerichtete Guerilla nutzt sie als Einnahmequelle und Druckmittel für Verhandlungen. Oftmals sind aber auch rechte paramilitärische Todesschwadrone, die gegen die Rebellen kämpfen, für die Taten verantwortlich. Kolumbianische Regierung und Vertreter der ELN-Guerilla ringen gegenwärtig um Fortschritte im Friedensprozess. Die ELN, mit etwa 5000 Kämpfern die zweitgrößte Guerillaorganisation Kolumbiens, folgt dem Beispiel der größeren Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die bereits seit Oktober mit der Regierung verhandelt.

In dem Konflikt der unterschiedlichen Rebellenbewegungen mit der Regierung und den rechten Todesschwadronen sind seit 1964 mehr als 120.000 Menschen getötet worden. Mehr als zwei Millionen Menschen flüchteten aus den Kampfgebieten.

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