Deutsche und Niederländer müssen Geldstrafen zahlen
Manager wegen fehlender Tabak-Warnhinweise verurteilt

Wegen wiederholter Missachtung der obligatorischen Gesundheitswarnungen auf Zigarettenschachteln sind drei Top-Manager der US-Tabakkonzerns Philip Morris in Frankreich zu Geldstrafen verurteilt worden.

afp PARIS. Nach Justizangaben vom Freitag sprach ein Pariser Gericht den Chef der niederländischen Philip-Morris-Filiale, Jan Willem Schipper, und dessen deutschen Kollegen Karsten Schmidt und Dettmar Delbos schuldig. Schipper muss 75 000 Euro zahlen, Schmidt und Delbos je 45 000 Euro. Mit ihren Strafen folgten die Richter den Vorwürfen des Nationalen Komitees gegen übermäßigen Tabak-Konsum (CNCT).

Das als Nebenklägerin auftretende Komitee warf den Managern vor, sie hätten mehr als 371 Millionen Kippen-Packungen in den Verkehr gebracht, die neben Warnhinweisen wie "Rauchen verursacht schwere Krankheiten" auch den Zusatz "laut Gesetz Nr. 91-32" trugen. Dieser Zusatz solle offenbar Raucher beschwichtigen und ihnen bedeuten, die Gesundheitsgefahr bestehe nur in den Augen des Gesetzgebers. Die Hinweise seien zudem nicht fett und kontrastreich gedruckt, sondern mit feinen goldenen Buchstaben auf weißem Grund - und damit ziemlich unleserlich.

Wegen gleich lautender Vorwürfe hatten die Tabak-Gegner bereits 1999 von einem Gericht im westfranzösischen Rennes 150 000 Euro Schadensersatz von den Verurteilten zugesprochen bekommen. Die Manager änderten ihre Warn-Aufdrucke seitdem nicht. Daher sah das Pariser Gericht sie als Wiederholungstäter und lehnte es ab, die damaligen Zahlungen auf die neuerliche Strafe anzurechnen.

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