Deutsche Unternehmen verdienten mit
Die Quittung bekommen die Griechen erst im September

Eines steht schon heute fest: Die Spiele von Athen werden als Milliarden-Spiele in die Geschichte eingehen. Wer die Gewinner und wer die Verlierer sein werden, muss sich allerdings noch erweisen. Das gilt vor allem für den Gastgeber. Allein für das IOC wird Olympia 2004 in jedem Fall ein gutes Geschäft.

HB ATHEN. Als die griechische Hauptstadt 1997 die XXVIII. Olympischen Spiele zugesprochen bekam, kalkulierte das Land mit Gesamtkosten von 4,6 Mrd. ?. Inzwischen hat Finanzminister Giorgos Alogoskoufis eingeräumt, dass die Summe auf sechs Mrd. ? gestiegen ist. Wirtschaftsprüfer taxieren die Gesamtausgaben mittlerweile übereinstimmend auf über zehn Mrd. ?. Vor dem am Freitag beginnenden Olympia-Fest soll der Steuerzahler jedoch nicht noch mehr aufgeschreckt werden. "Wir werden die Quittung erst im September bekommen", schreibt die Zeitung "Kathimerini".

Durch die Zuschüsse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) von knapp einer Milliarde Dollar (rund 818 Mill. ?) und die eigenen Sponsor- und Marketing-Einnahmen ist nur der Etat des Organisationskomitees (ATHOC) von 1,96 Mrd. ? einigermaßen ausgeglichen. Als größter Preistreiber bei den Olympia bedingten Kosten erweisen sich die Ausgaben für die Sicherheit, die auf 1,2 Mrd. ? hochschnellten. Das ist mehr, als 1972 die gesamten München-Spiele gekostet haben (eine Milliarde Euro). Die übrigen Milliarden wurden vor allem für den Bau oder die Erneuerung von 39 Wettkampfstätten aufgewendet. Die Kosten dafür explodierten, weil Athen nach drei vertrödelten Vorbereitungsjahren seit 2001 im Akkord Versäumtes nachholen musste.

Das kleinste Land neben Finnland 1952, das jemals Olympische Spiele ausgerichtet hat, musste daneben weitere Milliarden-Investitionen schultern. Sie haben jedoch Langzeitwirkungen, die Athen zu einer modernisierten Stadt machen, vergleichbar nur mit München und Barcelona 1992. Allein der 2001 eingeweihte neue Flughafen kostete 4,5 Mrd. ?. Andere Großprojekte waren die Ringautobahn, zwei neue U-Bahnlinien, eine S-Bahn zwischen Flughafen und Stadtzentrum sowie eine Straßenbahn. Diese rund neun Mrd. ? werden zur Hälfte von der Europäischen Union gedeckt. Die EU leistet an sein Mitglied Griechenland zwischen 2000 und 2006 Ausgleichszahlungen von über 25 Mrd. ?.

Seite 1:

Die Quittung bekommen die Griechen erst im September

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%