Deutsche Wirtschaft besser gestimmt
Wende für Weltkonjunktur 2002

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet auch weltweit schon für Mitte nächsten Jahres mit einer Konjunkturwende. Entscheidend werde dafür sein, wie sich die Konjunktur in den USA erhole.

dpa ESSEN/MÜNCHEN. Die Essener Experten rechnen nach einer Prognose vom Montag für die zweite Jahreshälfte mit einem kräftigen Anstieg der Produktion. Im Jahresdurchschnitt erwarten sie weltweit allerdings für 2002 nur ein Wirtschaftswachstum von 0,5 %, nach 0,9 % im laufenden Jahr. 2003 sei dann aber wieder mit einem Anstieg von 2,7 % zu rechnen.

Unterdessen ist die deutsche Wirtschaft nach monatelanger Talfahrt wieder etwas besser gestimmt. Der ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland sei im November um 0,2 Punkte auf 84,9 Punkte gestiegen, teilten die Wirtschaftsforscher in München mit. Damit setzte sich die konjunkturelle Stabilisierung fort. Im Oktober fiel das viel beachtete Konjunktur-Barometer nur leicht um 0,3 Punkte. Nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September war der Index dramatisch eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gesackt. Der Geschäftsklimaindex zog in der ostdeutschen Wirtschaft noch deutlicher an als im Westen. Das Stimmungsbarometer kletterte von 96,5 auf 97,3 Punkte.

Der Chefvolkswirt des ifo Instituts, Gernot Nerb, wollte angesichts der leicht positiven Entwicklung aber noch nicht von einer konjunkturellen Trendwende sprechen. "Dafür bräuchten wir eine positive Entwicklung über einen Zeitraum von drei Monaten", sagte Nerb. Zu einem Aufschwung in den kommenden Monaten wollte er sich angesichts der instabilen Weltwirtschaft nicht äußern. "Unter normalen Umständen wäre das Schlimmste aber wohl vorbei", sagte Nerb.

Auch nach RWI-Einschätzung dürfte die Weltwirtschaft die schwierigste Situation der vergangenen 20 Jahre mit einem blauen Auge überstehen. Zwar lasse eine tief greifende Erholung noch auf sich warten, aber der Tiefpunkt sei in den meisten Ländern inzwischen erreicht. "Zum ersten Mal sei 20 Jahren gibt es in allen drei großen Weltwirtschafts-Regionen Asien, Europa und Nordamerika gleichzeitig rezessive Tendenzen", kennzeichnete Roland Döhrn vom RWI die aktuelle Lage. Andererseits gebe es derzeit nirgends eine richtig tiefe Rezession.

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