Deutsche Wirtschaft
Bundesregierung: Trotz hoher Ölpreise günstige Wachstumchancen

Reuters FRANKFURT. Die Bundesregierung sieht ungeachtet der hohen Ölpreise weiter günstige Wachstumschancen für die deutsche Wirtschaft. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte am Freitag in einer Rede in Frankfurt, die Regierung gehe weiterhin von einem Wachstum von rund drei Prozent im laufenden Jahr und etwas weniger im kommenden Jahr aus. Zugleich werde die Arbeitslosigkeit auf unter 3,5 Millionen Ende nächsten Jahres sinken. Eichel sprach sich zudem für stabilere Wechselkurse aus und äußerte die Erwartung, dass sich die Parität von Dollar und Euro bis Ende des Jahres stärker aneinander annähert.

Eichel trug einen Redetext von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor, der seine Teilnahme an der SPD-Wirtschaftskonferenz wegen Beratungen über die Entwicklung in Jugoslawien kurzfristig abgesagt hatte. Die aktuelle Entwicklung und die Wachstumserwartungen in Deutschland, die internationale Institutionen teils noch günstiger bewerteten als die Bundesregierung, zeigten, dass trotz des Ölpreisanstiegs die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin gut seien, sagte Eichel. Zwar hätten die Ölpreise zuletzt die Inflationsrate in Europa steigen lassen. Diesen und andere saisonale Effekte ausgeklammert sei die Kerninflation aber weiter unter zwei Prozent. Ihn freue auch besonders, dass auch die Arbeitslosigkeit deutlich nach unten tendiere. Eichel betonte allerdings die Notwendigkeit, die Finanz- und Kapitalmärkte stabiler zu gestalten, da Verwerfungen dort sich rasch auf die Gütermärkte und damit auf die Beschäftigung auswirkten. Die Politik müsse angesichts solch blitzschneller Reaktionen der Märkte umsichtig handeln.

Um für die Wirtschaft und deren Investitionen einen verlässlichen Rahmen zu setzen, müsse die Politik für stabilere Wechselkurse eintreten. "Wir müssen auf möglichst stabile Wechselkurse hinwirken", hieß es in der Schröder-Rede. Für die Euro-Zone sehe er von der fundamentalen Seite der Wirtschaft her ein hohes Maß an Stabilität und Wachstumskraft. Er rechne daher auch damit, dass sich das Verhältnis von Dollar und Euro gegen Ende des Jahres noch stärker annähert. Der Euro notierte am Freitagmittag bei knapp 0,873 US-$. Generell sei in einer globalen Welt ein höheres Maß an Kooperation zwischen den großen Industrieländern, auch im Zusammenwirken mit den großen Finanzinstitutionen nötig, sagte Eichel. Dass dies funktioniere, zeigten die gemeinsamen Interventionen der Zentralbanken in Europa, den USA und Japan vor wenigen Tagen. Es könne Zeitpunkte geben, an denen solche Interventionen notwendig seien.

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