Deutschem Bahnradsport droht die Zweitklassigkeit
Ullrichs Medizin: Olympia-Gold gegen Tour-Frust

Bei der Frankreich-Rundfahrt lief es für den Olympiasieger von 2000 erst richtig rund, als der Sieg bereits an Lance Armstrong vergeben war. Ullrich ist deshalb heiß auf die Rennen in Athen und gilt als größte von mehreren Medaillenhoffnungen beim BDR. Die Bahnradfahrer stehen dagegen am Scheideweg.

HB DÜSSELDORF. "Zehn Medaillen wie in Sydney wären ein Traum, acht Medaillen wären unglaublich, sechs sind realistisch." Martin Wolf, der Referent für Leistungssport im Bund Deutscher Radfahrer (BDR), rechnet mit einem guten Abschneiden der Bahn - und Straßen-Spezialisten in Athen.

Das größte Trumpf-Ass des BDR für die Spiele könnte Jan Ullrich bei seinem zweiten Olympia-Start werden. Im Straßenrennen, das diesmal vor dem Zeitfahren stattfindet, geht der Toursieger von 1997 als Titelverteidiger an den Start. Im Zeitfahren kann er aus seinem Silber von Sydney Gold machen. "Nach der Tour hatte ich in den vergangenen Jahren immer noch etwa einen Monat Topform. Olympia ist für mich nach der Tour mein zweites Jahres-Highlight", sagte Ullrich.

Auch Erik Zabel könnte im Kalkül des Straßenrennens eine wichtige Rolle spielen. Ähnlich chancenreich sind die Straßenfahrerinnen um Judith Arndt und die Mountainbiker um Weltmeisterin Sabine Spitz.

Der deutsche Bahnradsport steht in Athen jedoch vor seiner größten Bewährungsprobe und gleichzeitig am Scheideweg. Vor dem Hintergrund des WM-Debakels Ende Mai in Melbourne und des schlechtesten Abschneidens seit 35 Jahren droht dem BDR in seiner einstigen Parade-Disziplin der Sturz in die Zweitklassigkeit. Gab es vor vier Jahren in Sydney Gold durch Robert Bartko in der Einzel-Verfolgung und den Vierer, stehen diesmal die Sprinter um Jens Fiedler besonders im Blickpunkt. Auch im 1 000-m-Zeitfahren und im Olympischen Sprint hofft der Verband auf Edelmetall.

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