Deutschem Flugverkehr drohen Streiks: Lufthansa droht mit Einstellung des Betriebs

Deutschem Flugverkehr drohen Streiks
Lufthansa droht mit Einstellung des Betriebs

Die Lufthansa hat an verschiedenen Fronten hart zu kämpfen: Einem Pressebericht zufolge hat die Fluggesellschaft vor einer Einstellung des Flugbetriebs gewarnt, falls keine Ersatzregelung für die in sieben Wochen auslaufende Staatsgarantie für die Folgen von Terroranschlägen getroffen wird. Zudem drohen anhaltende Tarifstreitigkeiten den deutschen Luftverkehr in der kommenden Woche durcheinander zu wirbeln. In der Auseinandersetzung zwischen der Lufthansa-Regionalflugtochter City Line und ihren rund 650 Piloten stehen die Zeichen auf Streik.

ebe/tor/rtr FRANKFURT/DÜSSELDORF. Das Unternehmen wünsche umfassende und dauerhafte internationale Regelungen zur Haftungsfrage bei Terrorschäden, berichtete die "FAZ" unter Berufung auf Ulrich Schulte-Strathaus, Leiter Konzernpolitik bei der Lufthansa. Da diese aber noch nicht in Sicht seien, biete sich zunächst eine Verlängerung der Staatsgarantie über den 31. März hinaus an. Das aktuelle Angebot der Versicherer sei nach Einschätzung der Lufthansa unbrauchbar, weil es nicht alle Gefahren decke, hieß es weiter. Die Lufthansa habe bis zu den Anschlägen am 11. September 48 Mill. Dollar Versicherungsprämien im Jahr gezahlt und müsse jetzt rund 220 Mill. Dollar aufwenden.

Im Tarifstreit der Lufthansa-Regionalflugtochter City Line und ihren rund 650 Piloten gibt es derweil nach wie vor keine Einigung. "Es ist nicht auszuschließen, dass es schon in der nächsten Woche Arbeitskämpfe geben wird", sagte ein Vertreter der Pilotenvereinigung VC Cockpit dem Handelsblatt. Die im Januar begonnene Urabstimmung endet am Donnerstag um 12 Uhr mittags. VC Cockpit erwartet "ein klares Votum" für einen Arbeitskampf.

Einen Streik bei Lufthansa gab es zuletzt im Juni 2001: Damals hatten die 4 200 Piloten der Konzernmutter nach monatelangem Tarifkampf mit Hunderten von Flugausfällen eine Erhöhung der Grundgehälter um durchschnittlich zwölf Prozent durchgesetzt. City-Line-Piloten gingen dabei leer aus, denn die Konzerntochter verhandelt ihre Verträge eigenständig. Seit gut sieben Monaten fordert VC Cockpit deshalb rückwirkend zum 1. Juli 2001 eine lineare Gehaltserhöhung und eine Gewinnbeteiligung für 2000.

Auch ein Arbeitskampf bei United Airlines würde den deutschen Luftverkehr negativ beeinflussen. Die US-Fluggesellschaft ist wichtigster Partner der Lufthansa im Luftfahrt-Verbund Star Alliance. 13 000 United-Mechaniker lehnten auch das jüngste Angebot des Konzerns ab und sprachen sich mit großer Mehrheit für einen Streik aus, der am kommenden Mittwoch beginnen könnte. Ein Arbeitskampf könnte die schwer angeschlagene Airline nach Einschätzung von Analysten in den Konkurs treiben. "Das ist eine Selbstmordaktion", sagte Ray Neidl, Analyst bei der Investmentbank ABN Amro.

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