Deutschen Fußball-Liga mit positiver Bilanz: „Die Marke Fußball-Bundesliga soll bestehen bleiben“

Deutschen Fußball-Liga mit positiver Bilanz
„Die Marke Fußball-Bundesliga soll bestehen bleiben“

Die deutsche Fußball-Liga (DFL) will künftig noch stärker als bisher vom großen Medien- und Publikumsinteressen an der Bundesliga profitieren. "Es ist Fakt, dass aus dem gesamten Medienbereich unzählige Unternehmen am Thema Fußball-Bundesliga partizipieren.

mkl MAINZ. Dies wäre für die Liga auch möglich", sagte der DFL-Vorsitzende Wilfried Straub dem Fachmagazin "Sponsors". Denkbar sei beispielsweise ein eigenes Printprodukt oder - wenn das Kartellamt mitspiele - auch ein eigener Ligakanal, so Straub. Wichtigste Einnahmequelle der DFL ist aber weiter das Fernsehen. Für die TV-Rechte kassiert sie von der Kirch-Gruppe im Schnitt 375 Millionen Euro pro Jahr.

Die Liga hänge deshalb aber finanziell keinesfalls am Tropf des Münchener Medienmoguls, betonte der Geschäftsführer. Falls der bis 2004 laufende Vertrag nicht verlängert werden sollte, ließen sich - auch unabhängig vom Fernsehen - neue Einnahmequellen erschließen. Straub denkt dabei zum Beispiel an das Internet, das Breitbandkabel, den Mobilfunkstandard UMTS oder das Digital-TV MHP.

Beim Marketing will der Ligaverband künftig stärker mit der Wirtschaft kooperieren. "Allerdings ist die Vergabe eines Titelsponsorings, wie in den Medien schon mehrfach spekuliert wurde, für uns nur schwer vorstellbar", schränkte Straub im Gespräch mit "Sponsors" ein. "Die Marke Fußballbundesliga soll für sich weiter bestehen bleiben."

In der zweiten Bundesliga, deren Vereine sich in dieser Saison erstmals selbst vermarkten durften, will die DFL zur Zentralvermarktung zurückkehren. "Für einige wenige Vereine mag die Eigenvermarktung Sinn machen, doch auf die gesamte zweite Liga bezogen bringt sie weniger ein", erklärte Straub. Ab der kommenden Spielzeit würden die Rechte deshalb wieder an eine Agentur verkauft. Derzeit führe die Liga intensive Gespräche mit zwei möglichen Kandidaten. Dem Verbandsvorsitzenden schwebt eine enge Verbindung zwischen Fernsehsender und Wirtschaft vor, ähnlich wie bei der vor einigen Jahren vom DSF und der Deutsche Städte-Medien GmbH (DSM) praktizierten "Viererkette". Damals hätten Verein, Wirtschaft und Fernsehen ihre Kommunikationsmaßnahmen sehr gut aufeinander abgestimmt, was zu einem übersichtlichen Sponsorenbild geführt habe.

International stehe das deutsche Fußball-Oberhaus heute gut da, glaubt Straub: "Im Vergleich zur finanziellen Lage vieler Klubs in Italien oder Spanien können wir mit einer gewissen Zufriedenheit auf die Fußball-Bundesliga blicken", sagte er. "Situationen wie in Spanien, wo ein hoch verschuldeter Verein wie Real Madrid dreistellige Millionensummen für Weltstars wie Luis Figo ausgibt, wären bei unserem Lizenzierungsverfahren undenkbar." Die aktuelle Diskussion über die Spielergehälter zeige aber, dass der Fußball heute "fast ausschließlich in die kommerzielle Ecke gedrückt" werde.

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