Deutscher Aktienindex fällt weiter
Baisse reißt die meisten Dax-Werte in die Tiefe

Die dunklen Gewitterwolken über dem deutschen Aktienmarkt haben sich schon frühzeitig zusammen gebraut: Düstere Konjunkturaussichten und zunehmende Zweifel an den erwarteten Wachstumsraten der Unternehmen in den USA und in Deutschland waren die Vorboten des Donnerwetters, das sich zum Wochenauftakt erneut über dem Markt entlud. Die Baisse riss am Montag so gut wie alle Titel mit sich.

FRANKFURT/M. Nicht nur die meisten Technologiewerte, sondern auch viele Finanzwerte und die als sicherer Hafen geltenden Versorger rutschten ab. Auto-Aktien machten im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung (IAA) keine Ausnahme. Nur wenige Titel, darunter aber die Schwergewichte Telekom und Infineon , drehten am Abend ins Plus. Infineon waren sogar mit Abstand der Tagessieger im Deutschen Aktienindex (Dax).

Das Kursbarometer schloss bei hohe Umsätzen mit einem Minus von 1,28 % bei 4 670 Punkten. Zwischenzeitlich hatte er bei 4 528 Zählern den tiefsten Stand seit Dezember 1998 markiert. Berufsanleger wie Versicherungen und Fonds verkauften in großem Stil, hieß es.

"Der Dax fällt wie ein Stein", sagte ein sonst unter seinen Kollegen als Optimist geltender Händler einer Frankfurter Investmentbank hoffnungslos. Die Stimmung unter den Börsianern beschrieb er als "megagenervt", die derzeitige Situation als "Desaster ohne Ende". Seriöse Prognosen, wann die Talfahrt ausgestanden sei - von kurzfristigen technischen Erholungen einmal abgesehen - gebe es nicht. Aus technischer Sicht lägen die nächsten Haltemarken bei 4 500 und dann bei knapp 3 900 Punkten im Dax. Aus fundamentaler Sicht bleibt nach der Ansicht vieler Marktteilnehmer ob es sich bei dem Kurssturz schon um einen Ausverkauf handelt, dem zwangsläufig ein Aufschwung folgen muss. "Es könnte sich auch um Korrekturen handeln, über die die Aktien zu einer gerechtfertigten Bewertung kommen", bemerkte ein Beobachter. Die dadurch entstehenden Kursniveaus könnten aber noch weiter sinken, wenn Analysten ihre Erwartungen mit Blick auf die Gewinnsituation einiger Unternehmen weiter reduzierten. Denn dann müssten die Kurse diese Schritte erst noch nachvollziehen.

Zusätzlicher Druck kam laut Händlern am Montag über den Terminmarkt, da sich hier viele professionelle Anleger durch Verkäufe gegen die fallenden Aktienkurse absicherten. Zu den größten Verlierern gehörten neben Fresenius auch die Papiere des Finanzdienstleisters MLP , nachdem die Vorzugsaktien des Unternehmens durch Stammaktien ausgetauscht wurden. Auch die Aussage von MLP-Chef Bernhard Termühlen, die Wachstumsprognosen für 2001 und 2002 würden sicher erreicht, konnten den Absturz nicht aufhalten. Die T-Aktie fiel zeitweise unter den Ausgabepreis von 14,57 . Sie gewann später wieder an Wert und schloss mit einem Plus von 2,8 %. Lediglich Münchener Rück notierten den Tag über stabil im Plus.

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