Deutscher Aktienindex sollte sich über 6 500 Punkten halten können
Dax-Ausblick: Zu Jahresbeginn wird eine freundliche Börsenwoche erwartet

Die viel gepriesenen Rallys blieben in diesem Jahr auf den Aktienmärkten aus. Kapitalmarktexperten sind mit ihren Prognosen für das kommende Jahr daher vorsichtig. Die kommende Woche dürfte jedoch positiv verlaufen. "Gedämpfte Eurphorie" nennen Analysten die Situation einhellig.

DÜSSELDORF. "Die erste Börsenwoche im neuen Jahr dürfte freundlich werden", sagt Stefan Goronczy, Analyst bei der Hamburgischen Landesbank. Der Kapitalmarktexperte erwartet auch in Amerika einen guten Start ins neue Börsenjahr. Obwohl die Aussichten für europäische und insbesondere Deutsche Firmen günstiger seien als für US-amerikanische Unternehmen, hätten sich Eurolands Börsen bislang nicht von den Leitbörsen an der Wall Street abkoppeln können.

Zudem gebe es weiterhin hausgemachte Probleme: zum Beispiel bei der Deutschen Telekom. Bei der Übernahme von Voicestream käme es offenbar zu Nachverhandlungen. Außerdem leide der gesamte europäische Telekom-Sektor darunter, dass die Mobilfunktöchter der Telekommunikationsriesen nicht besonders erfolgreich an die Börse gebracht worden seien.

"Bislang haben die Anleger noch nicht den Mut gezeigt, bei den schwachen Kursen kräftiger zuzupacken", sagt Goronczy. Dennoch sollte sich der Deutsche Aktienindex Dax in der kommenden Woche über 6 500 Punkten behaupten können. Auf 12-Monats-Sicht erwartet Goronczy, dass der Dax Potenzial bis zu einem Index-Stand von 8 000 Punkten hat. Für den Euro-Stoxx-50 prognostiziert der Experte ein etwas geringeres Potenzial. Er schätzt den Index in einem Jahr bei 5 300 Punkten ein. "Wir sind für Euroland nicht ganz so optimistisch. Deutschland hat vergleichsweise noch Nachholbedarf bei den Unternehmensgewinnen", sagt der Analyst. Die anderen europäischen Regionen wären beim Wachstum schon weiter fortgeschritten. Deutsche Unternehmen dürften folglich relativ höhere Gewinnzuwächse erzielen können.

Privatanlegern empfiehlt der Experte, in Aktien von Telekommunikationsausrüstern oder Finanzwerte zu investieren. Telekom-Ausrüster düften seiner Meinung nach vom Strukturaufbau des UMTS-Netzes profitieren. Als Einzelwerte hält er Ericsson und auch die Siemens-Aktie für interessant. Bei den Finanz-Titeln seien die Allianz-Aktie und die Deutsche Bank zu empfehlen. Die Aktien sollten von der Steuer- und der Rentenreform profitieren können.

Das Wort "Rally" wird so schnell nicht fallen

In der kommenden Woche sei wieder mit steigenden Umsätzen an der Börse zu rechnen, sagt Analyst Carsten Riester von der GZ Bank . Vielfach seien zuletzt lediglich Bestände veräußert worden, um in diesem Jahr angefallene Kursverluste rechtzeitig zum Jahresende steuerwirksam zu realisieren. Für den Jahresanfang erwartet Riester wieder mehr Bewegung an den Börsen.

Das Wort "Rally" sei jedoch nicht angebracht. Für das kommende Jahr seien die Aussichten für die deutschen bzw. europäischen Aktienmärkte weiterhin besser einzustufen, als die Perspektiven für den amerikanischen oder den japanischen Markt. Neuerliche Euphorie sei aber auch aus fundamentaler Sicht nicht angebracht. Eine Beruhigung der teilweise übertriebenen Kursschwankungen sei nicht in Sicht. Ausreichend Gründe für starke Kursausschläge werde es weiter geben.

Gute Perspektiven sieht die GZ-Bank bei den Aktien von Merck & Co., Suez Lyonnaise des Eaux und Unilever.

Neues Spiel, neues Glück...

Als "gemäßigt positiv" bezeichnet Karsten Tripp vom Bankhaus Trinkaus und Burkhard seine Einschätzung für die Aktienmärkte. In der ersten Woche des neuen Jahres seien die Karten neu gemischt. Es gelte daher: "Neues Spiel - neues Glück." Für echte Euphorie gebe es noch keinen Grund. Vielmehr rechnet Tripp damit, dass die Liquidität auf den Märkten eher knapper wird.

"Den Fonds ist bewusst, dass sie bis zum Abrechnungsstichtag in 12 Monaten Zeit noch lange Zeit haben. Sie dürften daher wieder verstärkt Aktien kaufen", sagt der Portfoliomanager. Schließlich wolle niemand den Einstieg verpassen.

Er rechnet in der kommenden Woche mit Dax-Ständen zwischen 6 400 und 6 700 Punkten. "Es sollte also eher ein bisschen aufwärts gehen", sagte Tripp gegenüber Handelsblatt.com.

Je nach Anlagehorizont gebe es jetzt auch schon wieder Einstiegschancen. Auch wenn sich Kleinanleger bewusst sein müssten, dass es zwischenzeitlich im neuen Jahr auch noch einmal kräftig nach unten gehen könnte. Besonders Aktien aus dem Bereich Telekommunikation, Medien und Technologie (TMT) sieht Tripp unter langfristigen Aspekten zurzeit als günstig bewertet an.

Konservativen Anlegern empfiehlt der Experte die Allianz-Aktie. Sie sei zwar im Vergleich zum Gesamtmarkt bereits gut gelaufen, biete aber dennoch weitere Chancen. Außerdem empfiehlt er Eon zum Kauf. Der Stromversorger sei ein Wert, der momentan sehr gut in die Landschaft passe. Tripp schätzt Eon als tendenziell unterbewertet ein.

Chancenorientierten Anlegern, die sich ihres Risikos bewusst seien, empfiehlt der Kapitalmarktexperte die Aktien von Alcatel, Ericsson und Vodafone Airtouch für ihr Depot. Bei den jüngsten Kurseinbrüchen sei bei diesen Titeln zu wenig differenziert worden. Besonders die Vodafone-Aktie biete gute Kurschancen: Tripp erwartet für das kommende Jahr gute Margen, besonders auch in den Bereichen außerhalb des Mobilfunks, und weiterhin anhaltend positive Unternehmensnachrichten.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Einschätzungen der Dax-30-Aktien von UBS Warburg aus strategischer Perspektive:



UBS Warburg

Unternehmen

Einschätzung

EPSe

2000

2001

Adidas

-Salomon
Kaufen4,104,87
Allianz AGHaltenn.a.n.a.

BASF

Halten2,482,87

Bayer

Halten2,282,72

Hypo

-Vereinsbank
Halten2,513,38

BMW

Kaufen1,411,56

Commerzbank

Halten3,322,08
Daimler-ChryslerVerkaufen3,782,24
Degussa HuelsKaufen2,653,22

Deutsche Bank

Kaufen7,584,93
Deutsche TelekomKaufen1,402,42
DresdnerHalten3,932,18

Epcos

Halten3,694,73

Fresenius Medical Care

AG
n.a.n.a.n.a.

Henkel

Halten3,093,40

Karstadt

-Quelle
n.a.n.a.n.a.

Linde

n.a.n.a.n.a.

Lufthansa

Kaufen2,261,41

MAN

AG
n.a.n.a.n.a.

Metro

AG
Kaufen0,881,14
Münchener Rück.Kaufenn.a.n.a.
PreussagKaufen2,222,13

RWE

Halten1,982,85

SAP

AG
Kaufen1,753,11

Schering

AG
Halten1,702,03

Siemens

Halten5,676,41
Thyssen KruppKaufen0,851,15

Eon

Kaufen5,818,32
Viagn.a.n.a.n.a.

Volkswagen

Verkaufen3,443,41
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