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Deutscher Einkaufsmanagerindex zeigt Geschäftsrückgang

Die Geschäftstätigkeit in der deutschen Industrie ist einer Umfrage unter Einkaufsmanagern zufolge im Juli wegen des verstärkten Nachfragerückgangs auf das geringste Niveau seit Dezember 1998 geschrumpft.

rtr FRANKFURT. Dies signalisiere der Rückgang des BME/Einkaufsmanager-Index Deutschland (EMI) auf saisonbereinigt 46,3 (Juni 46,6) Punkte, teilte die Forschungsgruppe NTC, die den Index zusammen mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) für Reuters ermittelt, am Mittwoch mit. Mit einem Wert unter 50 Punkten verweist der Index auf einen Geschäftsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland. Wegen der schwachen Weltkonjunktur sei die Nachfrage erneut rückläufig, weshalb sich der Produktionsausstoß weiter abgeschwächt habe. Die Beschäftigung habe erneut abgenommen und auch das Preisniveau sei deutlich abgerutscht.

Index-Werte über 50 Punkte signalisieren ein Wachstum, Werte darunter ein Schrumpfen. Knapp ein Drittel der Befragten berichtete NTC zufolge im Juli von Produktionskürzungen wegen des nachlassenden Neugeschäfts. Die deutlichsten Auftragseinbußen hätten die Bereiche Vorleistungsprodukte und Investitionsgüter verzeichnet. Die erneut schwächere Nachfrage aus dem Ausland, vor allem aus den USA und aus Japan, habe zudem den Index Exportaufträge weiter abrutschen lassen.

Wegen der geringeren Nachfrage und den gezielten Maßnahmen zum Abbau der Lagerbestände habe sich das Einkaufsvolumen weiter stark verringert, hieß es weiter. Die Befragten hätten so wenig eingekauft wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Daher hätten auch die Vormateriallager weiter abgenommen. Die schlechtere Auftragslage habe die Unternehmen zudem erneut dazu veranlasst, Personal abzubauen, um dadurch die Kosten zu senken. Insbesondere Aushilfskräfte seien entlassen worden.

Der Preisindex rutschte im Juli den Angaben nach erstmals seit über zwei Jahren unter die 50-Punkte-Marke. Der Preisrückgang hänge vor allem mit dem günstigeren Ölpreise und der weltweiten Konjunkturschwäche zusammen. Insbesondere Kunststoffe und elektronische Bauelemente hätten sich verbilligt. Diejenigen, die im Juli höhere Preise verzeichenten, führten dies hautpsächlich auf die anhaltende Euro-Schwäche zum US-Dollar zum Zeitpunkt der Befragung zurück.

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