Deutscher Experte zur U-Boot-Kollision
Zwei mögliche Ursachen der U-Boot-Kollision

dpa ECKERNFÖRDE. Für die Kollision des US-Atom-U-Bootes mit dem japanischen Fischtrawler sind nach Auffassung des deutschen U-Boot- Experten Hannes Ewerth zwei Ursachen denkbar. Entweder habe der Trawler seine Motoren ausgestellt gehabt und sei so für das U-Boot nicht zu hören gewesen oder aber das U-Boot sei ohne Stopp aus großer Wassertiefe an die Oberfläche gestoßen, sagte der Kapitän zur See a.D. der dpa.

"Üblicherweise wird beim Auftauchen ein Stopp in 30 Metern Tiefe eingelegt, um die Wasseroberfläche nach Überwasserfahrzeugen abzusuchen", sagte der ehemalige Marineoffizier, der von 1980 bis 1986 Kommandeur der deutschen U-Boote war. Die modernen passiven "Lauschgeräte" der U-Boote nehmen demnach jedes Motorengeräusch im Wasser wahr.

Möglicherweise habe das amerikanische U-Boot, das Unternehmer als Gäste an Bord hatte, aber das Auftauchen aus großer Tiefe ohne Stopp als Vorführmanöver gefahren, sagte Ewerth. Dabei sei die Gefahr gegeben, dass man Geräusche von der Wasseroberfläche trotz sensibelster Lauschgeräte nicht wahrnimmt. "Wenn Sie aus großer Tiefe auftauchen, ohne einen Stopp einzulegen, dann ist die Gefahr, etwas nicht zu hören sehr groß, weil dazwischen Salz- oder Temperaturschichten liegen, die Geräusche ablenken oder diffundieren lassen."

Menschliches Versagen hielt Ewerth als Unglücksursache eher für unwahrscheinlich. Wenn das U-Boot den üblichen Stopp eingehalten habe, um zu lauschen, sei die Maschine des Trawlers vermutlich abgestellt gewesen. "Wenn der Trawler trotz eines Stopps und der Absuche der Oberfläche nicht gehört worden ist, dann ist es bei den modernen U-Bootanlagen unwahrscheinlich, dass der Motor des Bootes lief", sagte Ewerth.

Die Schuldfrage unterdessen hält der ehemalige U-Boot-Kommandeur eindeutig für geklärt. "Kommt es beim Auftauchen eines U-Bootes zu einer Kollision, ist immer das U-Boot schuld, es ist ausweichpflichtig. Es sei denn, man befindet sich in militärischen Sperrgebiet."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%