Deutscher Fernsehmarkt ist kein Bananenfeld: TV-Branche steht vor großen Veränderungen

Deutscher Fernsehmarkt ist kein Bananenfeld
TV-Branche steht vor großen Veränderungen

Die Fernsehbranche in Deutschland steht 2002 nach Auffassung der Medienwächter möglicherweise vor großen Veränderungen. "Vielleicht war das Jahr 2001 das letzte Jahr einer überschaubaren deutschen Fernsehwelt mit zwei öffentlich-rechtlichen und zwei privaten Familien", sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Norbert Schneider.

dpa DÜSSELDORF. "Der Angriff auf den zweitgrößten Fernsehmarkt der Welt wird derzeit eher noch erprobt." Dies sei möglich geworden, weil die deutschen Marktteilnehmer wie die Kirch-Gruppe am Ende vielleicht nicht groß genug seien, um internationalen Branchenriesen wie Rupert Murdochs News Corporation standzuhalten.

"Wir stehen hier an einem interessanten, womöglich wirklich bahnbrechenden Punkt, an dem sich die Fernsehlandschaft völlig neu entwickeln könnte." Zur geplanten Übernahme von zehn Millionen Telekom-Kabelanschlüssen durch den US-Konzern Liberty Media sagte Schneider, der aufgeschobene Entscheidungstermin beim Bundeskartellamt deute auf mögliche Lösungen hin. Wenn Malone sich aber weiter gegen Kartell- und Medienrecht stelle, werde es zu keinem Abschluss kommen. "Ich vermute aber, das man auf Seiten von Liberty sehr genau weiß, dass man den deutschen Fernsehmarkt, immerhin der zweitgrößte der Welt, nicht so beackern kann, als handle es sich um ein Bananenfeld."

Als einen Knackpunkt nannte Deutschlands "erster" Medienwächter den freien Zugang aller Programmanbieter zu den Kabelnetzen. Liberty weigere sich bis heute den von der DLM, dem EU-Parlament und den großen Senderfamilien favorisierten MHP-Standard einzuführen. Es wäre aber nicht hinnehmbar, wenn ein großer Netzbetreiber eine Technologie einführt, durch die im wesentlichen nur die von ihm gewünschten Programme geleitet werden. Wenn die Netze digital aufgerüstet sind, steigen nach Ansicht von Schneider auch die Kosten für zusätzliche Programme deutlich. "Ich bin aber überhaupt der Meinung, dass Fernsehen in Deutschland vermutlich zu billig ist, billiger jedenfalls als in allen anderen Länder der Welt."

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