Deutscher Investor zieht sich zurück
Letzter Vorhang bei Arrows

Der Rennstall Arrows hat keine Zukunft mehr in der Formel 1. Am Donnerstag gab der potenzielle Investor seinen Rückzug bekannt. "Die Verträge mit Arrows sind gekündigt", sagte Oliver Behring, Geschäftsführer der "German Grand Prix Racing GmbH" aus Bremen-Weyhe.

HB/dpa BREMEN/ HAMBURG. Damit hat das mit geschätzten 100 Mill. Euro verschuldete britische Team keine Überlebenschance mehr. Der Internationale Automobil-Verband (FIA) hatte Anfang Dezember Arrows aus wirtschaftlichen Gründen die Formel-1-Lizenz für die Weltmeisterschaft 2003 verweigert.

Behring kündigte die Ende Oktober geschlossenen Verträge mit Arrows, weil der Rennstall nicht wie vereinbart einen Termin bei der Formel-1-Kommission besorgt hatte. Vor dem Gremium, in der Vertreter der Teams, der Veranstalter, der Sponsoren, der Motoren- und Reifenhersteller sowie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und FIA - Präsident Max Mosley sitzen, sollte über den Lizenzentzug beraten werden.

"Ich habe seit Tagen keinen Kontakt zu Arrows bekommen und sehe angesichts der fortgeschrittenen Zeit keine Zukunft mehr für das Team, selbst wenn doch noch die Lizenz erteilt würde", sagte Behring. Es sei gegenüber den Geldgebern nicht mehr zu verantworten, länger an den Verträgen festzuhalten. Seine Gesellschaft wollte gemeinsam mit einem von ihm nicht namentlich genannten arabischen Investor rund 50 Mill. Euro bei dem ehemaligen Arbeitgeber von Heinz-Harald Frentzen investieren und einen Anteil von etwa 60 Prozent übernehmen. Nur bei Erhalt der Starterlaubnis wäre das Geld geflossen.

Die Chancen, dass Arrows doch noch eine Lizenz erhalten hätte, galten von vornherein als gering. Das Team von Tom Walkinshaw hatte in der abgelaufenen Saison aus finanziellen Gründen die letzten fünf WM-Läufe nicht mehr bestritten. Die Fabrik in Leafield ist seit Monaten nicht mehr im Betrieb. Dem Rennstall fehlte für die Saison 2003 sowohl ein Motorenlieferant als auch ein Hauptsponsor. Gegen Arrows haben mehrere Gläubiger Klagen angestrengt. Auch der Mönchengladbacher Frentzen fordert noch Geld. Dennoch hatte Walkinshaw sein Team fristgerecht bei der FIA für die WM angemeldet und eine Gebühr von 300 000 Euro überwiesen.

In der vergangenen Woche erhielten 160 Arrows-Mitarbeiter Entlassungsschreiben. Die Internetseite ist seit mehreren Tagen abgeschaltet. Arrows fuhr seit 1978 in der Formel 1, blieb aber in 382 Rennen ohne Sieg.

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