Deutscher PC-Markt im Umbruch: Gericom und Medion sind die Gewinner

Deutscher PC-Markt im Umbruch
Gericom und Medion sind die Gewinner

Das Jahr 2001 ist für die meisten Hersteller von Personalcomputern enttäuschend gelaufen. In Deutschland wurden 6,42 Mill. PC (Desktop und Notebook) verkauft, 7,3 % weniger als im Jahr zuvor. Während Unternehmen wie Fujitsu-Siemens oder Compaq hart getroffen wurden, haben sich über die etablierten Marken hinweg die Niedrigpreis-Anbieter signifikant Marktanteile gesichert.

sgr DÜSSELDORF. Der österreichische Notebook-Hersteller Gericom hat seinen Umsatz um 62 % auf das Rekordniveau von rund 540 Mill. Euro gesteigert und ist damit - noch vor Toshiba - die Nummer Eins bei den Notebook-Anbietern. Medion rückte auf den zweiten Platz alle PC-Anbieter vor. Obwohl Gericom für das erste Quartal 2002 ein schwächeres Geschäft erwartet, hält das am Neuen Markt notierte Unternehmen an seiner Umsatzprognose von 640 Mill. Euro für 2002 fest. Die Vermarktung eines Notebooks mit dem Intel P4-Prozessor solle ab Mitte März das Umsatzwachstum beschleunigen.

Die Zahlen von Medion werden in den nächsten Tagen veröffentlich, doch über konkrete Stückzahlen wird sich der Hauslieferant der Discounterkette Aldi nicht äußern. So sind selbst die Marktforscher von Gartner Dataquest auf Schätzungen angewiesen. Da Medion sich bislang bedeckt hielt, wurde das Essener Unternehmen von Dataquest erst in der zweiten Jahreshälfte 2001 überhaupt erstmals in der Statistik erwähnt. In den beiden gemessenen Quartalen verkaufte Medion danach 340 000 PC (Marktanteil 5,3 %). Rechnet man diese Zahlen auf das gesamte Jahr hoch, dürfte Medion in Deutschland sogar Compaq überholt haben. In den vergangenen fünf Jahren steigerte Medion den Umsatz von 171 Mill. (1995/96) auf über eine Mrd. DM (2000). Neben den beiden erfolgreichen Billiganbietern konnten zuletzt nur HP und Dell auf dem deutschen Markt Zuwachsraten erzielen.

Da die Discounter keine Zahlen über ihre Aktionswaren veröffentlichen, gehört es für Medion als Lieferant für diese "Geheimniskrämer" zum guten Stil, ebenfalls Stillschweigen zu bewahren. Medion hat sich inzwischen als so genannter Full-Service-Partner für große europäische Handelskonzerne etabliert. Das Unternehmen initiiert und organisiert für seine Kunden neben dem Verkauf von PC auch den Vertrieb von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik sowie Kommunikationstechnik. Neben der Konzeption von Produkten und dem Design werden Leistungen wie Branding, Finanzierung, Auswahl geeigneter Produktionsstätten, Qualitätssicherung, Logistikmanagement sowie Reparaturservice erbracht.

Auf diese Art und Weise war Aldi überhaupt erst in der Lage, binnen weniger Tage zu einem der größten PC-Verkäufer in Deutschland aufzusteigen. Die Aktie der Medion AG zählt daher auch zu den wenigen Papieren am Neuen Markt, die heute noch mehr wert ist als bei der ersten Notierung.

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