Deutscher Sammler kauft Vatikan-Münze für 450 Dollar
Sammler verhelfen "Papst-Euro" zu Höhenflug

Sammler aus aller Welt haben dem "Kurs" des vatikanischen Euro zu einem beachtlichen Höhenflug verholfen.

HB/ dpa ROM. Am begehrtesten sind die offiziellen vatikanischen Münzsets im nominalen Gesamtwert von 3,88 Euro. Das Kleingeld ist vor allem deshalb so begehrt, weil es möglicherweise das einzige mit dem Konterfei des schwer kranken 82- jährigen Papstes sein könnte.

Einer von denen, die vom Sammlerwert profitieren, ist der Römer Carlo Pileri. Er hat eines der Sets im blauen Etui gerade für 450 Euro an einen deutschen Sammler verkauft. Übers Internet fanden sich die beiden und wurden sich rasch handelseinig. Ein Vertrauensmann fungierte als Kurier für die wertvollen Papst-Euro.

"Ich wollte sie eigentlich behalten, aber als ich so viel Geld geboten bekam, habe ich nicht zwei Mal darüber nachgedacht, das Angebot anzunehmen", sagt Pileri. Der Käufer - ein Arzt aus Regensburg - war ebenfalls hochzufrieden: Er hat seine Euro- Münzsammlung nun komplett. Und außerdem: "In Deutschland wird teilweise das Doppelte dafür gezahlt".

Während andere Münzen aus den zwölf Euro-Staaten problemlos zu haben sind, bereitet es vielen Sammlern große Mühe, Euro aus dem Vatikan, San Marino und Monaco zu ergattern. Obwohl selbst nicht EU- Mitglieder, haben der Kirchenstaat im Herzen Roms und die Republik San Marino wegen ihrer Währungsunion mit Italien den Euro quasi "aufgedrückt" bekommen. Monaco ist auf Grund seiner früheren Bindung zum französischen Franc berechtigt, eigene Euro-Münzen zu prägen.

Zahlungsmittel aus dem Vatikan sind auch deshalb so gefragt, weil sie die letzten waren, die in Umlauf kamen. Die Prägung der Münzen mit einem Gesamtwert von 670 000 Euro konnte erst im Februar abgeschlossen werden. Münzsammler aus aller Welt hatten zu dem Zeitpunkt das numismatische Institut des Vatikans bereits mit Anfragen eingedeckt. Im Internet begann der Handel mit dem noch gar nicht geprägten Geld schon im Vorjahr.

Die Europäische Zentralbank soll nicht bestätigten Angaben zufolge zunächst das Konterfei des Papstes auf den Münzen mit der Begründung abgelehnt haben, Porträts religiöser Führer seien nicht erwünscht. Schließlich habe sich der Vatikan aber doch durchgesetzt, und zwar mit dem Argument, Johannes Paul II. sei auch das Staatsoberhaupt des Vatikanstaates.

All jenen, die ein Münzset ergattern wollten, blieb nichts anderes übrig, als Anfang März stundenlang im Vatikan auszuharren, wie Pileri: "Ich habe sieben Stunden angestanden", erzählt er. Ein Bezugsrecht hatten nur Angestellte und Rentner des Vatikans. Viele von ihnen verkauften die Sets gleich weiter und kamen damit zu einem guten Nebenverdienst. Der Vatikan machte mit der Münzausgabe selbst einen satten Gewinn. Denn die Sets kosteten zwölf Euro, drei Mal so viel wie der Nennwert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%