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Deutscher Taliban-Kämpfer in US-Gefangenschaft

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe prüft die Aufnahme von Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Afghanistan-Kämpfer aus Bremen, den die USA festgenommen haben. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten, sagte am Wochenende, Generalbundesanwalt Kay Nehm prüfe, ob die Ermittlungen in seine Zuständigkeit fielen.

Reuters BERLIN. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, ein 19-jähriger in Bremen geborener Türke befinde sich derzeit in US-Gefangenschaft und werde demnächst in das US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba gebracht. Murat K. solle in Afghanistan an der Seite der Taliban gegen die USA gekämpft haben.

Der zuständige Dezernent der Staatsanwaltschaft Bremen, Uwe Picard, bestätigte auf Anfrage, dass seit Oktober gegen einen 19-jährigen Türken ermittelt werde, der Anfang Oktober ins Ausland gereist sei. Er sei informiert worden, dass der Mann von den USA festgenommen worden sein soll, sagte Picard. Grund und Ort der Festnahme seien ihm bislang aber nicht nicht bekannt.

Der "Spiegel" berichtete, Murat K. sitze seit Anfang Januar in amerikanischer Gefangenschaft an einem unbekannten Ort in Afghanistan. Sein Name stehe bereits auf einer Liste für einen der nächsten Transporte nach Guantanamo Bay. Das US-Lager war wegen angeblicher Menschenrechtsverstöße in die internationale Kritik geraten. Die Bundesregierung fordert, den Gefangen den Status als Kriegsgefangene zu geben, was die USA ablehnen.

Nach Darstellung des "Spiegel" löste bei deutschen Fahndern die Vermutung Alarm aus, Murat K. könne in einer Bremer Moschee als religiöser Freischärler rekrutiert worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittele außer gegen K. noch gegen drei weitere Personen wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dem "Spiegel" zufolge wollte K. mit einem Freund Anfang Oktober nach Afghanistan reisen. Der Freund sei aber wegen einer unbezahlten Geldstrafe am Frankfurter Flughafen festgenommen worden, so dass K. alleine nach Pakistan und dann weiter nach Afghanistan gereist sei.

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