Deutscher Torwart füllt Gazetten
In bester Gesellschaft

Auch wenn Japans Sportzeitungen eindeutig den Brasilianern die besseren Chancen beim Endspiel am Sonntag einräumen, sind sie doch von Oliver Kahn sichtlich beeindruckt.

Nicht die Ballkünstler aus Lateinamerika dominieren vor dem Spiel im Stadion von Yokohama die Presse, sondern der blonde Torwart. "Er unterdrückt mit seinem Gesicht", "Kahn, der Gorilla", "sein Blick ist böse", lauten die Beschreibungen. Und wenn so jemand sagt, dass er es im Gefühl hat, dass die Deutschen Weltmeister werden, dann bringt das die Sportreporter doch noch mal zum Nachdenken. "Kahn gegen die 3R" heißt es also am Sonntag, denn nachdem man sich den Namen Ballack gerade gemerkt hatte, spielt der schon nicht mehr mit. Und ansonsten hat es vielleicht nur noch Klose in die Münder der Durchschnittsfans gebracht.

Kahn jedoch kennt beinahe jeder. Im Unterschied zu Beckham & Co. aber hat der deutsche Torwart nicht die weibliche Fangemeinde beeindruckt, die eher ein wenig skeptisch auf den Gorilla schaut. Vor allem die Männer haben ein wenig Andacht in der Stimme, wenn sie über ihn sprechen.

Sollte der Torwart an einem Nebenverdienst interessiert sein, er würde wohl mit Werbeverträgen überschüttet - und wäre nicht in schlechter Gesellschaft. Nicholas Cage, Harrison Ford oder Ian McGregor werben im Land des Lächelns für Englischkurse, Dosenkaffee und besingen die Schönheit des Pachinko.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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