Deutschland an dritter Stelle bei Abgaben auf Kraftstoffe
Schröder lehnt Benzin-Gipfel ab

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) lehnt einen "Benzin-Gipfel" mit den Mineralölkonzernen ab. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin mit.

ap/dpa HAMBURG. Nach Tagen der Streiterei über die hohen Benzinpreise wäre die Industrie zu einem direkten Treffen mit Schröder bereit gewesen, um Meinungsverschiedenheiten auszuräumen. "Das ist eine gute Idee, wir sind immer für Gespräche offen", sagte Barbara Meier-Bukow vom Mineralöl-Wirtschaftsverband am Mittwoch in Hamburg.

Zuvor hatte die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis einen derartigen "Benzin-Gipfel" vorgeschlagen. Die "Bild"-Zeitung zitierte sie mit den Worten: "Um der Benzinpreis-Diskussion die Schärfe zu nehmen, fände ich es sinnvoll, wenn der Bundeskanzler die Chefs der Mineralölkonzerne zu einem Gipfelgespräch einladen würde." Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes hatte die Industrie bereits im vergangenen Jahr ein Treffen mit Schröder angestrebt, war aber in Berlin abgewiesen worden.



Der Verband hatte zu Wochenbeginn Schröder vorgeworfen, es sei vor allem das Profitinteresse seiner Regierung, das die Basis für immer neue Rekordpreise bilde. Schröder hatte am Wochenende eine Aussetzung der für den Jahreswechsel geplanten weiteren Anhebung der Ökosteuer abgelehnt und den Konzernen unterstellt, sie würden einen solchen Schritt für weitere Preiserhöhungen nutzen.

Unterdessen bleiben die Benzinpreise in Deutschland weiter hoch: Aral glich nach eigenen Angaben regionale Preisrückgänge der letzten Tage aus und verlangt nun 2,12 Mark für den Liter Normal, 2,16 Mark für Super und 2,25 Mark für Super Plus. Die Preise liegen nur knapp unter den Rekordwerten der letzten Woche. Aral-Sprecher Detlef Brandenburg wies auf erneut gestiegene Notierungen für Benzin in Rotterdam hin.

Hohe Benzinnachfrage aus den USA

Außerdem kam es zu Wochenanfang in Los Angeles zu einem Brand in einer Raffinerie in Los Angeles. Betreiber Tosco teilte mit, dass dadurch die Produktion nicht eingeschränkt werde, was Experten anzweifelten. Grund für die hohen Benzinpreise in Deutschland ist nach übereinstimmender Expertenmeinung die kräftige Benzinnachfrage aus den USA, die auch in Europa die Preise treibe.

Laut Berechnungen der Berliner Zeitung "B.Z." liegt Deutschland EU-weit auf Platz drei, was Steueraufschläge auf Diesel- und Eurosuperkraftstoff angeht. Spitzenreiter ist danach Großbritannien mit umgerechnet 1,49 Mark Mineralölsteuer (pro Liter) für jeweils beide Kraftstoffe, gefolgt von den Niederlanden mit 1,17 Mark für Eurosuper und 69 Pfennig für Diesel. In Deutschland muss dem Bericht zufolge für Super 1,16 Mark und für Diesel 72 Pfennig Steuer bezahlt werden. Schlusslichter sind Griechenland (58 Pfennig für Eurosuper, 49 Pfennig für Diesel) und Portugal (56 Pfennig für Eurosuper, 48 Pfennig für Diesel).

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